Puerto Varas war als Ziel deshlab Puerto Montt vorzuziehen, weil es kleiner ist und trotzdem in relativer Nähe zu der Isla Chiloe liegt...
Wir sind dann nach einer, zumindest von meiner Seite aus, schläfrigen Fahrt leider etwas außerhalb vom Zentrum in Puerto Varas angekommen, sodass wir mit Rollkoffern (ich natürlich mit Rucksack...:-) ) über Bahngleise und Schotterstraße laufen mussten, was vor allem bei der Jule für große Begeisterung gesorgt hat...;-) Der Compas del Sur, unser Hostal, sah von außen etwas abgewrakt aus, ich fand´s von innen aber ganz gemütlich, obwohl es wahrscheinlich das “schlechteste” Hostal unserer Reise darstellte... Ja, der Aufenthalt in Puerto Varas bildete auch das Ende unserer gemeinsamen Reise und da alle auch langsam etwas erschöpft waren von den ganzen Unternehmungen, die wir täglich gestartet hatten, ham wir die letzten Tage gemütlich ausklingen lassen. Natürlich ham uns wir Puerto Varas angeschaut, das eine schöne Nachbildung einer Kirche aus dem Schwarzwald hat, mit dem Unterschied, dass ihre Verkleidung aus Wellblech ist...:-) Wir war´n den einen Abend dann auch noch in ´ner kleinen Pizzeria essen, wo wir wieder mal prompt auf Deutsch von der Bedienung angesprochen wurden. Allgemein kam mir Puerto Varas als sehr stark von deutschen Einflüssen geprägt vor. Zum einen die Häuser, zum anderen die Tatsache, dass viele Leute Deutsch sprechen und natürlich auch, wie bereits in Villarica aufgefallen, das Vorhandensein deutscher Schulen, Krankenhaus und sogar ein Verein zur Erhaltung der deutschen Werte...:-) Naja, an der Ausdrucksweise ihrer Beschreibung vor der Tür merkt man dann auch schnell, dass das Deutsch, das die Leute da drüben reden etwas veraltet ist, d.h. die Sprache hat sich nicht weiterentwickelt und ist noch immer auf dem Stand von 1850- 1920 rum. Zu dieser Zeit wanderten viele Siedler aus Deutschland im Süden Chiles ein, da es wohl in Europa Krisen gab und die chilenische Regierung zusätzlich die Einwanderung deutscher Siedler förderte...:-)
Die in der Nähe liegenden Vulkane Osorno und Calbuco haben wir nicht mehr aus der Nähe besichtigt, den Osorno konnte man aber auch sehr gut von Puerto Varas aus beobachten...:-)
Trotz allem Ausklingens haben wir es uns nicht nehmen lassen die Isla Chiloe mit ihren Pinguinen in der Nähe von Quetalmahue zu besuchen. Also ham wir uns ´nen normalen Toyota mit Vollkasko (das war auch nötig bei 20 km Schotterpiste kurz vor dem Naturschutzgebiet) gemietet und sind mit der Fähre vom Festland auf die Insel übergesetzt. Allein bei dieser Überquerung hat man schon dutzende von Seelöwen und Seevögeln geseh´n, die sich nicht großartig von der Fähre beeindrucken ließen... Von der Insel aus ging´s dann noch ´ne Weile auf Asphalt am Meer entlang weiter (wobei wir uns in dem einen Kaff ein bissel verfahr´n ham...), bis die erwähnte Schotterpiste anfing. So weh hat mir Autofahren noch nie getan, das tat solche Schläge gegen den Unterboden, dabei bin ich maximal mit 60 Sachen gefah´rn (Zum Glück war´s nicht mein Auto...;-) ). Zwischendrin ham uns dann immer Jeeps überholt, aber auch andere normale Autos waren unterwegs. Wir wurden dann gleich am Eingang zum Naturschutzgebiet geworben und sollten so ´nem Hans-Wurst hinterherfahr´n, der selber auch bei Touris eingestiegen ist, die war´n aber zu schnell und wir sind auf ´nen Parkplatz gelotst worden, wo schon die nächste Agentur ihren Sitz hatte. Also alles kein Problem, die ham uns dann mit runter zum Strand begleitet, wo uns eine Führerin aus Deutschland erwartet hat, ham uns kurz Gummistiefel und Schwimmwesten (an so einer kleinen Hütte, wo ich dann auch zufällig Lena aus Valpo zusammen mit ihrem Freund getroffen hab´...) angezogen und sind in eines der etlichen strandfähigen Boote eingestiegen, um die kleinen vorgelagerten Inselchen zu umrunden. Unsere Gruppe bestand aus einer englisch/chilenischen Familie, einem Finnen und uns, sodass die gute Dame auf Deutsch, Englisch und Spanisch erklären musste...:-) Ja, sie hat dann allerlei über Pinguine erzählt, dass dieses Gebiet das einzige sei, in dem Magellan- und Humboldtpinguine zusammen vorkämen und dass man sie anhand ihrer verschiedenen Ringe im Fell an Hals und Bauch unterscheiden kann. Im Zuge der Ausweisung der kleinen Inselchen zum Nationalpark, wurden diese auch von Ziegen befreit, die dort zum Weiden abgesetzt wurden, wobei man eine heute noch beobachten kann, die sich wohl bei der Evakuierung sehr gut versteckt hatte...:-)
Danach ging´s noch in das am Strand gelegene Fischrestaurant, wo wir den sogenannten “Shellfish” probiert ham, der sich als äußerst zäh erwies...:-)
Da es noch nicht dunkel war, haben wir uns entschlossen noch weiter in den Süden bis nach Castro zu fahren, das für seine auf Pfählen stehenden Häuschen am Ufer bekannt ist. Diese ham wir dann nur aus dem langsam fahrenden Auto angeschaut und sind weiter ins Zentrum. Dort ham die Anderen mal erleben dürfen, wie es als richtiger Ausländer und Attraktion so ist. Weil Castro nicht so stark touristsich geprägt ist, waren wir fast die einzigenTouris in der ganzen Stadt und dementsprechend flogen uns auf dem zentralen Platz alle Blicke hinterher...:-) Auf der Heimfahrt hab´ich dann noch das langersehnte Autofahren genossen (fast ein halbes Jahr ohne...) und wir ham uns langsam auf die lange Heimreise eingestellt.
Mit dem Bus (diesmal mit Abfahrt vom Zentrum aus...:-) ) ging´s erstmal nach Temuco. Dort ham wir dann die letzte Nacht im Hotel Bayern übernachtet, wobei das Hotel nicht halb so lustig wie die Hostals war, aber eben von den Zimmern her schon mehr Komfort bot. In der Innenstadt gab´s dann noch das größte offene Eis, das ich bis dahin gegessen hatte...;-) Wir ham uns noch den Friedhof angeschaut, was auch interassant war, da es sich bei den Gräbern dort oft um Gruften und kleine Keller handelt. Dann war´n wir noch in einer "Schoperia" (Bar, in der ganz viele verschiedene Biersorten verkauft werden...:-) ), wo wir Zeugen einer kirchlichen Gesangsgruppe auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden. Zum Abschluss ham wir, diesmal in unserem Zimmer, ein paar Bierchen getrunken...:-)
Am nächsten Morgen ging´s dann (verkatert) zum Flughafen in Temuco und von dort aus nach Santiago. Dort ham wir dann noch eine Weile auf den Anschlussflieger nach Frankfurt gewartet und mir wurden sämtliche übrigen chilenischen Pesos zugesteckt, sodass ich für meinen anschließenden 6-tägigen Restaufenthalt in Chile gar nicht alles ausgeben konnte und ich bei Tobi noch Geld wechseln musste. Der Abschied viel jedenfalls schwer, vor allem als der Flieger noch etwa 3 Stunden lang auf der Landebahn rumstand und die Andern natürlich schon im Duty-free-Bereich war´n und ich gewartet hab´ bis die Maschine letztendlich abgeflogen ist, bevor ich meine “Heimreise” nach Valpo angetreten bin. Diese war voller Wehmut, da ich schon gerne mit nach Hause geflogen wär´ obwohl sich die folgenden Wochen dann schon noch sehr gelohnt haben...
Valpo ade und der Antritt der Heimreise folgen demnächst...:-)
Lieb´s Grüßle
Michi
Typisches Bild; auf dem Weg vom Busterminal zum Hostal...:-)
Der Deutsche Verein in Puerto Varas...
20 km Schotterpiste...
Touriboot zur Pinguinbeobachtung im Nationalpark...
Wir mit Schwimmwesten...
Pinguine...:-)
Straßencafé in Castro, weiter südlich auf der Isla Chiloe...
Wohnsieldung in Puerto Varas...
Fahrt zurück nach Temuco...:-)
In der Schoperia...:-)
Wie ein Skihase...;-)
Schoppen...:-)
Auf der Startbahn in Temuco...
Santiago Flughafen...
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Bye, bye...;-(
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