Mittwoch, 29. Oktober 2008

La Paz bis Copacabana

In La Paz angekommen sind die Anderen dann auf die Suche nach einem Hostal gegangen und ich habe mich nach einem Bus nach Copacabana am Titicaca-See erkundigt, weil ich etwas krank von der Wueste war und ich keine Lust auf Grossstadt hatte, so war ich eben nur 3 Stunden in La Paz... Ich wollte nicht mit den Touribussen fahren und musste dann erstmal mit einem lokalen Bus an den Friedhof fahren, wo die ganzen lokalen Busse in La Paz abfahren... Hab' mir dann ein Ticket gekauft und mich eine Weile mit einer aelteren Bolivianerin (Carmen) unterhalten, die eine Rolle Linolium zu ihrer Mutter nach Copacabana schicken wollte (In Suedamerika werden die Langstreckenbusse oft als guenstige Post benutzt). Jetzt war die Rolle halt 2,5 Meter lang und hat nicht unten in den Laderaum gepasst... Sie hat dann den Fahrer gefragt ob sie die Rolle oben in den Bus legen koenne und der war einverstanden. Mich hat sie dann gefragt ob ich schauen kann, dass ihre Mutter die Rolle auch bekommt und sie kein anderer mitnimmt. Klar, hoeflich wie ich bin (und nachdem ich mich ueberzeugt hatte, dass es sich wohl nicht um ein Paket Drogen handelt...;-) ) hab' ich der alten Dame, die inzwischen ueber Handy informiert wurde ihr heissbegehrtes Linolium in Copacabana gegeben. Die 70jaehrige Frau ist mir um den Hals gefallen und hat sich gefreut, wie ein Schneekoenig. Sie hat mich dann gleich zu sich eingladen was zu essen, aber ich hatte auf der Fahrt schon eine bolivianische Anwaeltin kennengelernt, die mich gleich durch die Stadt fuehren wollte. Hab's dann leider die folgenden Tage nicht mehr auf die Reihe bekommen die alte Dame zu besuchen, was ich schon sehr schade find´.... Waehrend der Busfahrt nach Copacabana mussten wir dann noch zu meiner Ueberraschung mit einer Faehre fahren (fuer Peru hab' ich mir jetzt 'ne Karte besorgt...:-) ) 15 km vor dem Ziel ist jedenfalls der Motor am Hang ueberhitzt und ich musste mit meiner von der Wueste uebriggebliebenen 5-Liter-Flasche aushelfen, zum Glueck waren da so kleine Baeche in der Naehe. Nachdem der Bus wieder gefahren ist ging es keine 5 Minuten und der Keilriemen ist gerissen. Das sind eben die abenteuerlichen Vorteile, die man geniesst, wenn man mit den Einheimischen anstatt mit den guten Touribussen reist...;-) Meine Nebensitzerin (Alicia), die oben genannte Anwaeltin, hat sich jedenfalls recht aufgeregt, weil sie vor der Siesta noch einiges zu tun hatte (am Wochenende organisiert sie Bootsfahrten fuer 'ne Argentur von Copacabana aus, als Zweitjob, weil's soviel Spass macht...;-) ), waehrend ich staendig betont habe wieviel Zeit ich doch habe, weil ich im Urlaub bin...:-) Jedenfalls hatte ich ja dann das Glueck, dass Siesta war als wir angekommen sind und sie mich durch die Stadt fuehren konnte und mir alle guten Plaetze, Bars und Restaurants zeigen konnte... Naja, so gross ist die "Stadt" auch nicht, 5000 Einwohner, aber ein total cooler Ort um ein paar Tage zu verbringen... Wie gesagt war ich ja recht krank und hab' mich spaeter dann erst mal tierisch auf mein Bett gefreut... Das Hostal (2 Euro/Nacht :-) ) hiess Wayna (Wind) und wird von einer bolivianischen Familie betrieben. Es gab in diesem Hostal fast keine anderen Auslaender, sodass ich das Glueck hatte noch ein paar Leute aus Bolivien kennenzulernen... Allerdings gab es bei diesem Hostal, wie anscheinend oefter in Bolivien, Wasserzeiten, das ist schon bloed wenn man auf der Schuessel sitzt und danach feststellt, dass die Spuelung grad nicht geht...;-) Auf alle Faelle hab' ich auch hier festgestellt, dass die Leute vom Land in Bolivien sehr sehr hoeflich und zurueckhaltend sind (zumindest, wenn sie nuechtern sind...). Am naechsten Tag kamen dann die andern, die ich aus der Wueste kannte nach einem Tag in La Paz nach und wir sind abends zusammen (die Englaender waren verschollen...) auf die "fiesta de los taxistas" gegangen, die Taxifahrer wollen auch mal feiern...;-) Das war ein Erlebnis, ich hatte leider keine Kamara dabei, aber die ham da so 'nen original bolivianischen Tanz in Begleitung von Guggenmusik vorgefuehrt. Aber mit welcher Kondition, die ham von mittags um 4 (da haben sie mich aufgeweckt;-) ) bis um 1 nachts mit wenig Pause zwischendurch gespielt, da koennen sich die Spaetzuender mal 'ne Scheibe abschneiden...;-) Die ham auf jeden Fall gesoffen wie die Schweine und auch die aeltern Maenner und Frauen waren am Schluss so voll, dass sie auf der Strasse rumgeflogen sind, sowas hab' ich weder beim Fussball, noch bei der Narrenzunft erlebt...;-) Ne, war schon Grenzgaengig, die Frauen vom Land in Bolivien haben immer so 'nen Hut auf und so ein grosses Tuch um den Hals indem sie ihre Babys auf dem Ruecken Tragen und ich hab' auch eine total besoffene von denen mit Kind auf dem Ruecken gesehen, die dann umgefallen ist. Allerdings ist nix passiert, und sie hat danach aufgehoert zu tanzen, zu ihrem Glueck, weil Alicia sie sonst zur Polizei geschleppt haette... Jedenfalls war das mit dem Feiern nicht die beste Idee, weil ich naechten Tag echt krank war und sich mein Aufenthalt in Copacaban unfreiwillig um einen Tag verlaengert hatte... Zur Staerkung bin ich abends im Markt essen gegangen (Tip von Alicia), da essen die ganzen Einheimischen auch. Ich hab' mir da Trucha (Fisch der dort lebt, also im See...;-) ) fuer 1,5 Euro bestellt und es war einer der besten Fische, die ich bis jetzt gegessen habe...
Bin dann am Montag den 27.10. noch mit 'nem Boetchen auf die Isla del sol gefahren, die anfangs allerdings alles andere als Sonne zu bieten hatte. Weiter unten ist ein Video vom Schaukeln des Bootes, zuerst mussten aus Sicherheitsgruenden 10 runter vom Dach, dann weitere 5, dann der Rest, hatte echt das Gefuehl wir kippen bald... Auf dieser Hinfahrt hab' ich dann 'ne nette Gruppe kennengelernt, 2 Deutsche (Bertram und Danica) und ein Kanadier, denen ich mich fuer diesen Tag auf der Insel angeschlossen hab'...:-)
Auf dem Nordteil der Insel angekommen war das Wetter dann auch wieder schoen und uns hat ein netter Einheimischer erst mal ein kleines Museum gezeigt und dann ging's los um die Ruinen zu besichtigen... Der Weg war wunderschoen mit Steinen aus der Gegend gepflastert und man hatte einen konstanten Blick auf's Meer... Der Einheimische hat dann viele tolle Sachen erzaehlt, u.a., dass die Menschen auf der Insel ausschliesslich per Hand arbeiten, also keine Maschinen benutzen, dass die Feuchtigkeit nur durch die Pflanzen auf der Insel gehalten wird und eben Dinge ueber die Kultur der Inkas, v.a. als wir an dem Felsen angekommen waren, wo anscheinend der erste Inka vom Himmel herabstieg und die Erde betrat. Von den Ruinen aus gab's dann einen Wanderweg ueber die Bergkaemme der Insel bis zum Suedteil, wo das Boot uns wieder abgeholt hatte... Der Weg (etwa 3 Stunden...) war auch total der Hammer mit wunderschoener Aussicht, aber ueberrascht hat uns doch, dass wir 2 mal Wegzoll bezahlen mussten, von dem wir vorher nichts gehoert haben, die dummen Touris halt...;-)
Ja zurueck im Hafen angekommen, blieb mir dann auch nicht mehr soviel Zeit, hab´ also kurz mein Zeug aus dem Hostal (einen Tag vorher hat mir die Hausbesitzerin noch klarmachen wollen, ich haette noch eine Nacht offen, obwohl ich alles bezahlt hatte, hab´ sie dann doch ueberzeugt, dass alles passt, Halsabschneiderin...) geholt und ab gings zur Bushaltestelle... Mit ´nem Schuttlebus gings dann ueber die bolivianisch-perunanische Grenze bis nach Puno. Dort hatte ich leider noch keinen Anschlussbus und nur 10 Minuten Zeit mir ohne Landeswaehrung einen zu besorgen. Zum Glueck war ich nicht alleine, 2 Kroaten und einem Schweden ging´s genauso. Wir konnten dann doch in US-Dollar bezahlen (danke Mama...;-) ) und konnten einsteigen. Nach ´ner halbe Stunde sind wir dann wieder in so ´nen "Savannen-Bus" umgestiegen und als ich im vorigen Post von ´ner schlimmen Busfahrt erzaehlt hatte, wusste ich noch nicht, dass es auch noch schlimmer geht... Der Bus musste Mega-Umwege fahr´n, weil die Minenarbeiter gestreikt haben (deshalb war die Fahrt auch 50 % teurer. Wenn die streiken heisst das, sie legen alles Moegliche was sie g´rade finden auf die Strassen, in den meisten Faellen Baeume und Felsen und die Busse muessen schauen wie sie ihre Ziele erreichen. In meinem Fall war das Cuzco und anstatt der normalen 8 Stunden auf der Strasse sind wir dann 12 Stunden auf Feldwegen unterwegsgewesen, wobei der Fahrer die verdammte Einheimischen-Volksmusik bis zum Anschlag aufgedreht hatte, sodass ich im Dunkeln gesessen bin und dachte ich dreh´ demnaechst durch, weil auch meine Bitte, die "Lala" etwas leiser zu machen dezent ignoriert wurde.... Auch Allgemein ham die sich ziemlich authoritaer aufgefuehrt, da wollte eine Bolivianerin 2 km vor dem Terminal in Cuzco aussteigen und die ham die einfach net rausgelassen, naja, andere Laender andere Sitten...

Cuzco und Machu Picchu bis nach Lima folgt als Naechstes...:-)
Liebe Gruesse

Michi




Vorlaender des Lago Titicaca vom Bus aus...




Waehrend der Buspanne...:-)




Die Riesenkirche fuer die 5000-Seelen-Gemeinder Copacabana...





Alicia aus La Paz...




Copacabana vom Dach des Hostals aus...



Der See, auch vom Dach aus...




Seegang auf der Hinfahrt zur Isla del Sol, echt hart...



Schoen angelegter Weg ueber die Huegelkaemme der Isla del Sol...



Der Lago Titicaca im Hintergrund von der Insel aus...



Nochmal ohne mich...:-)



Danica und ich...



Vom Ablegehafen der Isla del Sol, Blick nach oben...





Die Ruinen auf der Isla del Sol...


Auf der Rueckfahrt war das Wetter etwas besser als auf der Hinfahrt...:-)

San Pedro ueber Uyuni bis nach La Paz...

In San Pedro mittags war's dann, vor allem mit meinem Gepaeck auf dem Ruecken, schweineheiss... Zum Glueck musste ich mich nicht lange mit den Kunden-fuer-ihre-Hostals-werbendenen Einheimischen auseinandersetzen, weil ich von Nora, die kurz vorher dort war, bereits eine Empfehlung hatte...:-) Das Hostal heisst Rayko und ist ganz nett, aber vor allem wieder guenstig...;-) Der Dueño (Hausherr) dort kommt urspruenglich auch aus Valpo und hat dort mal Informatik studiert, bis er keine Lust mehr darauf gehabt hatte und sich seine Existenz in San Pedro aufgebaut hatte... Bin dann noch zu 2 Argenturen gelaufen, die er mir empfohlen hatte, die Touren in die Wueste anbieten. Da ich von einigen Leuten vorher gehoert habe, dass die Wueste in Bolivien sehr viel schoener sei (und die Touren viel billiger;-) ), hab' ich mich nach einer solchen Tour erkundigt... Die sind ganz geschickt angelegt, man besucht auf dem Weg von San Pedro bis nach Uyuni (einer Stadt am Rande einer Salzwueste in Bolivien) alle moeglichen tollen Sachen und kann dann entweder in Uyuni austeigen oder auf direktem Weg, ohne weitere Besichtigungen, zureuck fahren, was dann ein bissel mehr kostet...
Hab' mir dann um 5 Uhr rum noch ein Fahrrad ausgelieh'n und bin zu den nahegelgenen Ruinen gefahren, musste diese jedoch im Schnelldurchgang besuchen, weil sie schon bald schliessen wollten (Hab' deswegen noch zusaetzlich zum Studententarif darauf bestanden weniger zu bezahlen...:-) ) Auf jeden Fall war es schon interessant durch die Wueste zu radeln... Bin abends noch ein bissel durch das kleine touristische San Pedro gelaufen, das irgendwie auch etwas unwirklich so mitten im Sand steht...
Kurz vor'm schlafen gehen hab' ich mich noch mit 2 Zimmergenossen (einem aelteren chilenischen Busfahrer, der gerne ins handwerkliche Gewerbe mit erneuerbaren Energien einsteigen wuerde und einem reisenden Mexikaner, der gerade mit der Schule fertig geworden ist) ueber erneurbare Energien unterhalten... Als der Busfahrer dann eingeschlafen war (dem war's glaub' einfach zu viel...;-) ), hat mir der Mexikaner ein bissel von seiner Reise erzaehlt und er hat mich in meiner Idee, ein bissel in Bolivien zu reisen, bestaerkt...(Urspruenglich wollte ich nicht in Bolivien bleiben, wegen der juengsten Unruhen, die jedoch in einem anderen Teil des Landes waren, hab' diese Zone deswegen spaeter auch nicht bereist...)
Am naechsten morgen ging's dann um 8 los (irgendwie wird das beim Reisen einfach nix mit ausschlafen...). Wir sind mit 2 Kleintransportern ueber den chilenischen Teil Grenze gefahren und ich hab' mich dann nach 10 km Fahrt gefragt, wann denn der bolivianische Grenzposten kommt... Der Fahrer hat dann gemeint, das gehe noch 30 km, sodass die da anscheinend ein riesiges Niemandsland haben... Quer durch die Wueste und ein bissel bergauf sind wir dann an der bolivianischen Grenze angekommen und nicht nur weil das Klo aus einer alten verrosteten Buskarosserie bestand, wurde mir klar, dass die Leute hier um einiges aermer zu sein schienen...(Das Grenzgebaeude war eine schaebige Huette mit bolivianischer Flagge und keiner der Grenzpolizisten hatte ein schoenes "weisses" Laecheln, sprich die ham nicht mehr alle Zaehne im Kopf...;-) )
Nachdem wir die Einreisegebuehr von etwa 2 Euro besahlt hatten, ham wir erstmal neben den Transportern gefruehstueckt und sind danach auf 2 Jeeps verteilt worden. Irgendwie haben die das glaub' nach Alter verteilt, weil wir so zwischen 22 un 26 waren und die anderen eben aelter...:-) Unser Fuehrer hiess Simion und ist ein Indigina (Ureinwohner). Seine erste Sprache ist "Kechua"(anscheinend sehr kompliziert), wobei er natuerlich auch perfekt spanisch kann... Ueber Bolivien verteilt gibt es mehrere verschiedene Indio-sprachen, wobei Kechua glaube ich eher im Sueden gesprochen wird... Sonst waren in meiner Gruppe noch Sebastian aus Chile, seine Freundin Madison aus Kanada, Becky aus England, Filipp und seine Freundin Amy, auch aus England...
Wir sind dann mit dem Jeep durch die Atacama Richtung Uyuni gefahren, die genaue Reiseroute weiss ich gerade nicht mehr auswendig, auf jedenfall haben wir die Plaetze in der Reihenfolge, wie sie unten bei den Fotos aufgefuehrt sind, besucht. Wir haben mehrere Lagunen mit verschiedenen Farben, Flamencos, Lamas und anderen Tieren angefahren. Bei der ersten Unterkunft gab es keine Dusche, deshalb haben wir in einem, an die Seite einer Lagune angebauten kleinen Wasserbecken, nachmittags baden muessen...:-) Diese Unterkunft war dann einfach am Fuss eines Huegels mitten in der Wueste in der Naehe der "Laguna colorada". Dort gab es eklige Wuerste zu essen und Sebastian, Filipp und ich ham entschlossen etwas zu trinken...:-) Sebatian, der auch aus Valpo kommt und Madison dort waehrend ihrem Auslandsaufenthalt kennengelernt hat, hatte 2 kleine Flaschen Pisco dabei, ich die Flasche Nectarwein aus Pisco Elqui und als das leer war haben wir die Weinreste der anderen Gruppen getrunken...:-) Am naechsten Tag wusste ich auf jeden Fall nicht ob das Kopfweh von der Hoehe kam (wie am Tag vorher, waren auf Hoehen bis kanpp 5000 m) oder von was anderem...;-) Die Becky hatte auf jeden Fall grosse Probleme mit der Hoehe und musste sich uebergeben... Ich hab's halt insofern gespuert, dass mir das Atmen schwerer gefallen ist als sonst und dass ich eben Kopfweh hatte, aber das geht wohl fast jedem so (da gibt's dann Tee dagegen...:-) ).... Des weiteren haben wir noch Geysiere in der Wueste angeschaut, wobei mich der Schwefelwasserstoffgestank fast umgehauen hat, haben einen Felsen in Form eines Baums, erodierte Felsen und Gebirge angeschaut. Dann haben wir noch die Salzwueste durchquert, eine Oase in dieser und ein Hotel, das komplett aus Salz besteht, besucht ... Da kann ich nicht viel erzaehlen, da muesst ihr euch die Bilder/Videos anschauen, waren auf jeden Fall wahnsinnige Eindruecke in der trockensten Wueste der Erde...Diese ganzen Orte befinden sich in Naturschutzgebieten und als wir am 2. Tag nachmittags an einem Militaerposten der Bolivianer (die Bolivianer haben verstaerkt Militaer an der Grenze zu Chile, da die vor einiger Zeit ja miteinander im Krieg waren, wobei Chile den jetzigen Norden Chiles gewonnen und Bolivien somit seinen Zugang zum Meer verloren hat) vorbeigekommen sind, haben die geschlafen und wir mussten die Schranke selber aufmachen (kein Wunder haben die verloren...;-) ). Wir ham dann auf jeden Fall gesagt, dass wir einen chilenischen Agenten, Sebastian, eingeschlaeust haben...:-)
Die zweite Nacht haben wir in einem kleinen Dorf am Rande der Salzwueste verbracht. Diese Unterkunft hatte dann eine Dusche und wirklich gutes Essen und wie schon am Vorabend hatten wir einen wunderschoenen Sternenhimmel...:-) In dieser Unterkunft haben wir uns mit der 2. Gruppe getroffen und wir sind fuer den Sonnenuntergang auf einen Berg mit Kapelle neben dem Dorf geklettert... In der zweiten Gruppe waren noch ein aelteres brasiliansiches Paerchen, das ich vom Buchen dieser Reise kannte (wir ham die zusammen ein bissel runtergehandelt...:-) ) und ein schweizer Paerchen (Simon und Nathalie, die immer mal wieder zusammen durch die Welt reisen...), sodass ich nach 4 Tagen endlich mal wieder etwas Deutsch reden konnte...:-) Nach der Durchquerung der Salzwueste hat uns Simion dann in Uyuni abgesetzt und ich hab' ihm gesagt, dass ich im Dezember dann vielleicht mit Eltern und Freundin wiederkommen werde...:-) Uyuni ist eine kleinere Stadt, die wir uns dann in einer Stunde angeschaut hatten... Nachdem alle beim Geldautomaten waren um endlich nicht mehr in chilenischen Pesos oder Dollar zahlen zu muessen ham wir uns in so 'ne Art Biergarten gesetzt und bis abends auf den Bus nach La Paz gewartet...:-) Diese Nacht habe ich meine bis dahin schlimmste Busfahrt erlebt.... Der Bus war einer von denen, die auch in der Savanne in Africa fahren, also wie ein grosser Jeep mit viel Platz zwischen Karosserie und Boden... Dementsprechend war auch die Fahrt, der Wahnsinn, 12 Stunden hoch und runter, die Strassen waren aehnlich wie die Tage vorher im Jeep, keine richtigen Strassen sondern bestenfalls schlechte Feld- oder Sandwege...

La Paz bis Copacabana folgt auch bald...:-)

Liebs Gruessle


Michi


P.S.: Videos folgen noch ein paar mehr, die Verbindung ist mir hier aber grad' echt zu schlecht...





Die Gaesschen von San Pedro...




Sonnenuntergang von den Ruinen aus, die ich mit dem Fahrrad besucht hab'...




Kirche in San Pedro...




Die Tour beginnt, im Niemandsland zwischen Chile und Bolivien...




Der bolivianische Grenzposten...:-)




Laguna Blanca...




Nochmal...




Becken das zum Baden an die Laguna azul angebaut ist...




Laguna verde...




Montaña colorada...




Laguna colorada...




Nochmal, diesmal mit Alpacas und im Hintergrund Flamencos..




Der Alex, wie er leibt und lebt...;-)




Laguna colorada mit Flamencos...




Schwefelwasserstoffwolken ueber den Geysieren...




Die zischt's und pfeift's bei den Geysieren...;-)




Der Fels der aussieht wie ein Baum...




Auf 'nem Felsen nebenan...

Laguna ... (?)



Die Gruppe von rechts nach links: Fillip, Amy, Madison, Sebastian, Becky und ich...



Wir mussten zwischendrin so 'ne Abkuerzung laufen, weil Simion so ein ganz lahmes Stueck allein gefahren ist...Das war die Umgebung...

In Bewegung...:-)

Ein zorro (Wuestenfuchs) mit kaputtem Bein...;-(



Blick ueber die Daecher des Dorfes in dem wir am zweiten Tag uebernachtet haben...



Yeah, Schneider-Bier aus Bolivien, im Hintergrund das Dorf...



Nochmal ein Schneider...:-) (links neben dem Dorf sind schoen die ehemaligen Anbauterassen und was noch von den alten Haeusern uebrig ist zu sehen, von den Incas glaub' ich sogar...)



Hinterland des Dorfes kurz vor Sonnenuntergang... (oben bei der kleinen Kapelle)



Sonnenaufgang im Salar...

Simion und sein Gefaehrt...:-)



Verkehr im Salar...:-)

Die Isla de pesca mitten im Salar... (von weiter weg sieht sie aus wie ein liegender Fisch...)

Nochmal...



Neuer, groesserer Kaktuskumpel...;-)




Letztes Fruehstueck auf der Tour, der Wahnsinn...:-)


Isla de pescas, 180-Grad-Blick...













Valparaìso bis Valle de Elqui

Alles klar, dann erzaehl' ich mal ein bissel von meiner Reise. Bin jetzt seit fast 2 Wochen unterwegs und doch schon ganz gut rumgekommen...:-)

Am 16.10. in der Nacht in Valpo losgefahr'n, bin ich den folgenden Freitagmorgen um 6 Uhr in La Serena "topfit" angekommen...;-) Musste erst noch 'ne halbe Ewigkeit warten, bis der erste Bus nach Vicuña (einem kleinen Staedtchen im Valle de Elqui) weiterfaehrt. Das Valle de Elqui ist ein wunderschoenes Tal durch welches der Fluss Elqui fliesst. Das Tal ist beruehmt fuer seinen klaren Sternenhimmel (330 Tage im Jahr wolkenfrei), dem Anbau der Pisco-traube:-) und irgendwelchen heilenden Erdmagnetfeldern (deshlab treiben sich hier auch so einige Hippies rum...:-) ). Wettertechnisch dachte ich auf jedenfall erst mal, scheisse hier ist's kalt und es hat Wolken... Hab' dann mit der Tante vom Fahrkartenschalter geredet und die meinte, das sei normal, La Serena selbst liegt am Meer an der Flussmuendung und irgendwie ist's da immer wolkig und bissel kuehler und wenn man das Elqui-Tal dann hochfaehrt aendert sich sehr schnell das Klima... Gut, schau mer mal, hab' mir so 'ne Fahrkarte geloest und bin etwa eine Stunde spaeter in Vicuña, etwas talaufwaerts, angekommen und die Dame am Schalter hatte nicht gelogen, es war angenehm warm und kaum eine Wolke am Himmel zu seh'n... Ich hatte sie noch mit Fragen geloechert was man so machen kann und wo die besten Hostals sind usw. und bin auf ihre Empfehlung hin dann direkt zu dem Hostal Elquina gelaufen. Auch hier behielt die Dame recht, das Hostal hatte eine familiaere Atmosphaere (der Opa pflegt den Garten, die Oma und die Tochter sitzen zusammen und plaudern, usw. ....), einen grossen Garten, war gepflegt und dazu noch recht guenstig...:-) Habe mir tagsueber noch gemuetlich das Staedtchen angeschaut, die Kirche, das naturwissenschaftliche Museum und die Bibliothek in der ich erfahren hab', dass ich mit meinem chilenischen Studentenausweis in allen Bibliotheken Chiles, die Internet haben, umsonst surfen darf...:-) Fuer abends hab' ich mir noch gleich einen Platz im Observatorium, 9 km neben Vicuña hoch oben auf 'nem Berg, reserviert... Durch die idealen Sichtbedingunge haben sich hier eine Reihe von Sternwarten angesiedelt, von denen die Sternwarte Mamalluca fuer Touristen auch nachts zugaenglich ist.... Die Fuehrung fing mit einem Rundumschlag ueber die Astronomie an, von der Entstehung des Sonnensystems und der Erde bis hin zur Lage unsrerer Galxie im Universum. Da mich die Astronomie ja doch recht interessiert, wusste ich den Grossteil natuerlich schon vorher und konnte dem spanischen Vortrag deshalb auch ganz gut folgen...:-)

Danach ging's in die Kuppel zum Sterneschau'n. Durch die Teleskopgroesse wurde dann doch schnell klar, dass dieses Observatorium eben extra fuer Touristen angelegt wurde. Aber egal, der Sternenhimmel, der auf der Suedhalbkugel sowieso mehr zu bieten hat, war atemberaubend und wir haben neben Jupiter noch einen Teil der Milchstrasse angeschaut. Dann ging's nach draussen, wo noch einige Teleskope im Freien montiert waren. Er hat so allerlei ueber Sternbilder erzaehlt und wir ham noch die grosse Magellansche Wolke (die mit blossem Auge schon wirklich schon als Wolke erscheint), den Orionnebel und einen Sternenhaufen angeschaut....

Am naechsten Tag bin ich mit einem Lokal-Bus weitergefahr'n nach Pisco Elqui, dem Staedtchen, das fuer den Anbau der beruehmten Pisco-traube (der Grossteil des Tal ist mit Trauben bestellt) bekannt ist. Habe dann anstatt der grossindustriellen Mistral-Destillerie, auf Empfehlung der erwaehnten Fahrkartenschalterdame, eine kleinere Destillerie (Familienbetrieb Los Nichos) 3 km oberhalb des Oertchens besucht... Die Strasse dorthin ist ein besserer Feldweg und die Sonne hat mir ganz schoen auf die Birne geknallt. Hab' den den Daumen rausgehalten und bin getrampt (nein das ist dort nicht gefaehrlich...). Hatte beim 2. Auto Glueck und so bin ich mit einer Gruppe interessanter Rentner mitgefahrn... Der eine hatte etliche Jahre in Frankreich gelebt, die andere etwa 15 Jahre im deutschsprachigen Teil der Schweiz und beide sind aber urspruenglich Chilenen und wohnen auch wieder in Santiago, eine 3. war aus Frankreich zu Besuch... Die hatten auf jeden Fall das gleiche Ziel wie ich und so sind wir gemeinsam auf den Hof zur Pisco- und Weinprobe...:-)
Eine kostenlose Fuehrung nach der Probe war inklusive, sodass wir auf dem authentischen Gelaende eine ganze Weile rumgefuehrt worden sind und uns etliche Geschichten ueber den Gruender der Destillerie und seine betrunkenen Besucher erzaehlt worden sind...:-) Zum Glueck konnte die eine Frau deutsch, dann hab' ich da immer nachfragen koennen, wenn ich was nicht vertanden hab', sowie dem Besuch aus Frankreich von dem anderen Chilenen immer wieder was auf franzoesisch uebersetzt wurde...:-) Hab' mich am Schluss fuer ein guenstiges Flaeschchen suessen Nektar-Wein entschieden, die anderen haben mich bis zu einem Restaurant mitgenommen, von dem aus ich dann, diesmal ueber die Weinfelder zurueck in das Staedtchen gelaufen bin... Nach ein paaer Weckchen bin ich dann auf so 'nen Reithof gelaufen um mir ein Pferd mit Fuehrer auszuleihen...:-) Das war dann echt ganz lustig, weil ich mit so 'nem 14-jaehrigen geredet hab' und dachte, der holt jetzt bestimmt seinen grossen Bruder oder seinen Papa... Ne, der sattelt sein und mein Pferd und losgeht's in die Berge...:-) Dachte auch, dass ich aufgrund meiner bescheidenen Reitkenntnisse an die Leine genommen werde, aber nein, durft' selber losreiten....:-) Hab' immer wieder gefragt, was ich machen muss, sodass ich im Schritt und Trab auch ganz gut vorankam.... Der Kleine mit seinen Westernstiefeln, dem Strohhut und der Fluppe im Mund, hat auf jedenfall ausgesehn wie so ein Wildwestverbrecher in klein. sind dann fuer 2 Stunden auf so kleinen Bergpfaden (seitlich gings an manchen Stellen halt mega steil abwaerts), die man bei uns vielleicht grade so als Wanderwege freigeben wuerde, entlanggeritten. Einmaal musste ich das Pferd mit Gewalt am Hang umdreh'n, weil ich falsch abgebogen bin, da war mir schon bissel mulmig zumute, wenns da so steil neben dran runtergeht.... Naja, hat auf jeden Fall alles geklappt und ich hab' mich entschlossen, wenn ich wieder daheim bin beim Andy reiten zu lernen (aber dann mit Reitstiefeln, mir hat's schon gut die Beine aufgescheuert...)....:-)
Bin dann nach Ruehrei mit Chorizas (Hackfleischwurst) mit ausgeleierten Muskeln totmuede in dem Hostal in Vicuña ins Bett gefallen und den naechsten Tag gegen Mittag zurueck nach La Serena gafahr'n....

Leider war der zeitlich geschickteste Bus schon voll, sodass ich unfreiwillergerweise 7 Stunden Zeit hatte um La Serena zu besichtigen...;-) War dann doch auch net so schlecht, wobei ich glaub', dass die etlichen Kirchen 'em Papa besser gefallen haetten als mir...;-) Ne aber das ist was, was mir inzwischen aufgefallen ist, auch kleinere Staedtchen hier haben wunderschoene und auch grosse Kirchen...

So 'ne Wahrsagerin hat mir noch die Ohren vollgequasselt mit dem Ziel mir am Schluss was aus meiner Hand zu lesen. Hab' sie dann freundlich darauf hingewiesen, dass ich Student bin und mein Geld fuer andere Sachen (,an die ich glaub',) brauch'...:-) Der Leuchtturm am Strand vorne war noch recht beeindruckend, wobei mir bei dem, wie auch bei einigen anderen Gebaeuden in der Stadt, aufgefallen ist, dass sie nicht alt sind, sondern (anscheinend wegen dem alten Buergermeister) auf alt getrimmt worden sind. Schoen fuer's Stadtbild ist's auf jeden Fall...:-)

Um 21.45 Uhr ging's dann mein Bus nach San Pedro Atacama. 17 Stunden im extrem heissen Bus (die stellen nachts immer die Klimaanlage aus). Zum Glueck hatte ich 'nen lustigen Nebensitzer, Alejandro, der geschaeftlich (um zu ueberwachen wie so ein Hafenkran in Antofagster abgebaut wird, um dann nach San Antonio, suedlich von Valpo transportiert zu werden) auf dem Weg nach Antofagasta war und er mir somit fuer 13 Stunden Gesellschaft geleistet hat...:-)

Auf dem Weg von Antofagasta nach San Pedro ging's dann durch die Wueste und links und rechts waren oft alte Probebohrungen zu sehen und an manchen Stellen dann eben sehr grosse Raffinerien...

"San Pedro ueber Uyuni bis nach La Paz"... folgt bald...:-)
Liebe Gruesse

Michi


In Vicuña, Kirche vs Turm aus Deutschland...


Abenddaemmerung...

Verlassenes Grundstueck...

Plaza central...

Der Garten des Hostals La Elquina...
Das Observatorium Mamalluca...



Foto durch's Teleskop durch (Jupiter)...




Kaktusbluete in Pisco Elqui...

Die Destillerie Los Nichos...


Mitreisender auf dem Weg zu Los Nichos...:-)


Valle de Elqui mit seinen Weinfeldern...

Neben der Strasse (sau heiss da...)


Ortseingang von Pisquo Elqui (talaufwaerts)...

Reiten macht Spass...:-)


Vom Pferd aus...


Der kleine Gaucho, absolut authentisch...;-)


Zurueck im Hostal Elquina...


Das mit Liebe zubereitete Fruehstueck im Hostal Elquina...:-)


Der auf alt getrimmte Leuchtturm am (wie anscheinend so oft bewoelkten) Strand in La Serena...