In San Pedro mittags war's dann, vor allem mit meinem Gepaeck auf dem Ruecken, schweineheiss... Zum Glueck musste ich mich nicht lange mit den Kunden-fuer-ihre-Hostals-werbendenen Einheimischen auseinandersetzen, weil ich von Nora, die kurz vorher dort war, bereits eine Empfehlung hatte...:-) Das Hostal heisst Rayko und ist ganz nett, aber vor allem wieder guenstig...;-) Der Dueño (Hausherr) dort kommt urspruenglich auch aus Valpo und hat dort mal Informatik studiert, bis er keine Lust mehr darauf gehabt hatte und sich seine Existenz in San Pedro aufgebaut hatte... Bin dann noch zu 2 Argenturen gelaufen, die er mir empfohlen hatte, die Touren in die Wueste anbieten. Da ich von einigen Leuten vorher gehoert habe, dass die Wueste in Bolivien sehr viel schoener sei (und die Touren viel billiger;-) ), hab' ich mich nach einer solchen Tour erkundigt... Die sind ganz geschickt angelegt, man besucht auf dem Weg von San Pedro bis nach Uyuni (einer Stadt am Rande einer Salzwueste in Bolivien) alle moeglichen tollen Sachen und kann dann entweder in Uyuni austeigen oder auf direktem Weg, ohne weitere Besichtigungen, zureuck fahren, was dann ein bissel mehr kostet...
Hab' mir dann um 5 Uhr rum noch ein Fahrrad ausgelieh'n und bin zu den nahegelgenen Ruinen gefahren, musste diese jedoch im Schnelldurchgang besuchen, weil sie schon bald schliessen wollten (Hab' deswegen noch zusaetzlich zum Studententarif darauf bestanden weniger zu bezahlen...:-) ) Auf jeden Fall war es schon interessant durch die Wueste zu radeln... Bin abends noch ein bissel durch das kleine touristische San Pedro gelaufen, das irgendwie auch etwas unwirklich so mitten im Sand steht...
Kurz vor'm schlafen gehen hab' ich mich noch mit 2 Zimmergenossen (einem aelteren chilenischen Busfahrer, der gerne ins handwerkliche Gewerbe mit erneuerbaren Energien einsteigen wuerde und einem reisenden Mexikaner, der gerade mit der Schule fertig geworden ist) ueber erneurbare Energien unterhalten... Als der Busfahrer dann eingeschlafen war (dem war's glaub' einfach zu viel...;-) ), hat mir der Mexikaner ein bissel von seiner Reise erzaehlt und er hat mich in meiner Idee, ein bissel in Bolivien zu reisen, bestaerkt...(Urspruenglich wollte ich nicht in Bolivien bleiben, wegen der juengsten Unruhen, die jedoch in einem anderen Teil des Landes waren, hab' diese Zone deswegen spaeter auch nicht bereist...)
Am naechsten morgen ging's dann um 8 los (irgendwie wird das beim Reisen einfach nix mit ausschlafen...). Wir sind mit 2 Kleintransportern ueber den chilenischen Teil Grenze gefahren und ich hab' mich dann nach 10 km Fahrt gefragt, wann denn der bolivianische Grenzposten kommt... Der Fahrer hat dann gemeint, das gehe noch 30 km, sodass die da anscheinend ein riesiges Niemandsland haben... Quer durch die Wueste und ein bissel bergauf sind wir dann an der bolivianischen Grenze angekommen und nicht nur weil das Klo aus einer alten verrosteten Buskarosserie bestand, wurde mir klar, dass die Leute hier um einiges aermer zu sein schienen...(Das Grenzgebaeude war eine schaebige Huette mit bolivianischer Flagge und keiner der Grenzpolizisten hatte ein schoenes "weisses" Laecheln, sprich die ham nicht mehr alle Zaehne im Kopf...;-) )
Nachdem wir die Einreisegebuehr von etwa 2 Euro besahlt hatten, ham wir erstmal neben den Transportern gefruehstueckt und sind danach auf 2 Jeeps verteilt worden. Irgendwie haben die das glaub' nach Alter verteilt, weil wir so zwischen 22 un 26 waren und die anderen eben aelter...:-) Unser Fuehrer hiess Simion und ist ein Indigina (Ureinwohner). Seine erste Sprache ist "Kechua"(anscheinend sehr kompliziert), wobei er natuerlich auch perfekt spanisch kann... Ueber Bolivien verteilt gibt es mehrere verschiedene Indio-sprachen, wobei Kechua glaube ich eher im Sueden gesprochen wird... Sonst waren in meiner Gruppe noch Sebastian aus Chile, seine Freundin Madison aus Kanada, Becky aus England, Filipp und seine Freundin Amy, auch aus England...
Wir sind dann mit dem Jeep durch die Atacama Richtung Uyuni gefahren, die genaue Reiseroute weiss ich gerade nicht mehr auswendig, auf jedenfall haben wir die Plaetze in der Reihenfolge, wie sie unten bei den Fotos aufgefuehrt sind, besucht. Wir haben mehrere Lagunen mit verschiedenen Farben, Flamencos, Lamas und anderen Tieren angefahren. Bei der ersten Unterkunft gab es keine Dusche, deshalb haben wir in einem, an die Seite einer Lagune angebauten kleinen Wasserbecken, nachmittags baden muessen...:-) Diese Unterkunft war dann einfach am Fuss eines Huegels mitten in der Wueste in der Naehe der "Laguna colorada". Dort gab es eklige Wuerste zu essen und Sebastian, Filipp und ich ham entschlossen etwas zu trinken...:-) Sebatian, der auch aus Valpo kommt und Madison dort waehrend ihrem Auslandsaufenthalt kennengelernt hat, hatte 2 kleine Flaschen Pisco dabei, ich die Flasche Nectarwein aus Pisco Elqui und als das leer war haben wir die Weinreste der anderen Gruppen getrunken...:-) Am naechsten Tag wusste ich auf jeden Fall nicht ob das Kopfweh von der Hoehe kam (wie am Tag vorher, waren auf Hoehen bis kanpp 5000 m) oder von was anderem...;-) Die Becky hatte auf jeden Fall grosse Probleme mit der Hoehe und musste sich uebergeben... Ich hab's halt insofern gespuert, dass mir das Atmen schwerer gefallen ist als sonst und dass ich eben Kopfweh hatte, aber das geht wohl fast jedem so (da gibt's dann Tee dagegen...:-) ).... Des weiteren haben wir noch Geysiere in der Wueste angeschaut, wobei mich der Schwefelwasserstoffgestank fast umgehauen hat, haben einen Felsen in Form eines Baums, erodierte Felsen und Gebirge angeschaut. Dann haben wir noch die Salzwueste durchquert, eine Oase in dieser und ein Hotel, das komplett aus Salz besteht, besucht ... Da kann ich nicht viel erzaehlen, da muesst ihr euch die Bilder/Videos anschauen, waren auf jeden Fall wahnsinnige Eindruecke in der trockensten Wueste der Erde...Diese ganzen Orte befinden sich in Naturschutzgebieten und als wir am 2. Tag nachmittags an einem Militaerposten der Bolivianer (die Bolivianer haben verstaerkt Militaer an der Grenze zu Chile, da die vor einiger Zeit ja miteinander im Krieg waren, wobei Chile den jetzigen Norden Chiles gewonnen und Bolivien somit seinen Zugang zum Meer verloren hat) vorbeigekommen sind, haben die geschlafen und wir mussten die Schranke selber aufmachen (kein Wunder haben die verloren...;-) ). Wir ham dann auf jeden Fall gesagt, dass wir einen chilenischen Agenten, Sebastian, eingeschlaeust haben...:-)
Die zweite Nacht haben wir in einem kleinen Dorf am Rande der Salzwueste verbracht. Diese Unterkunft hatte dann eine Dusche und wirklich gutes Essen und wie schon am Vorabend hatten wir einen wunderschoenen Sternenhimmel...:-) In dieser Unterkunft haben wir uns mit der 2. Gruppe getroffen und wir sind fuer den Sonnenuntergang auf einen Berg mit Kapelle neben dem Dorf geklettert... In der zweiten Gruppe waren noch ein aelteres brasiliansiches Paerchen, das ich vom Buchen dieser Reise kannte (wir ham die zusammen ein bissel runtergehandelt...:-) ) und ein schweizer Paerchen (Simon und Nathalie, die immer mal wieder zusammen durch die Welt reisen...), sodass ich nach 4 Tagen endlich mal wieder etwas Deutsch reden konnte...:-) Nach der Durchquerung der Salzwueste hat uns Simion dann in Uyuni abgesetzt und ich hab' ihm gesagt, dass ich im Dezember dann vielleicht mit Eltern und Freundin wiederkommen werde...:-) Uyuni ist eine kleinere Stadt, die wir uns dann in einer Stunde angeschaut hatten... Nachdem alle beim Geldautomaten waren um endlich nicht mehr in chilenischen Pesos oder Dollar zahlen zu muessen ham wir uns in so 'ne Art Biergarten gesetzt und bis abends auf den Bus nach La Paz gewartet...:-) Diese Nacht habe ich meine bis dahin schlimmste Busfahrt erlebt.... Der Bus war einer von denen, die auch in der Savanne in Africa fahren, also wie ein grosser Jeep mit viel Platz zwischen Karosserie und Boden... Dementsprechend war auch die Fahrt, der Wahnsinn, 12 Stunden hoch und runter, die Strassen waren aehnlich wie die Tage vorher im Jeep, keine richtigen Strassen sondern bestenfalls schlechte Feld- oder Sandwege...
La Paz bis Copacabana folgt auch bald...:-)
Liebs Gruessle
Michi
P.S.: Videos folgen noch ein paar mehr, die Verbindung ist mir hier aber grad' echt zu schlecht...

Die Gaesschen von San Pedro...

Sonnenuntergang von den Ruinen aus, die ich mit dem Fahrrad besucht hab'...

Kirche in San Pedro...

Die Tour beginnt, im Niemandsland zwischen Chile und Bolivien...

Der bolivianische Grenzposten...:-)

Laguna Blanca...

Nochmal...

Becken das zum Baden an die Laguna azul angebaut ist...

Laguna verde...

Montaña colorada...

Laguna colorada...

Nochmal, diesmal mit Alpacas und im Hintergrund Flamencos..

Der Alex, wie er leibt und lebt...;-)

Laguna colorada mit Flamencos...

Schwefelwasserstoffwolken ueber den Geysieren...
Die zischt's und pfeift's bei den Geysieren...;-)

Der Fels der aussieht wie ein Baum...

Auf 'nem Felsen nebenan...

Laguna ... (?)

Die Gruppe von rechts nach links: Fillip, Amy, Madison, Sebastian, Becky und ich...

Wir mussten zwischendrin so 'ne Abkuerzung laufen, weil Simion so ein ganz lahmes Stueck allein gefahren ist...Das war die Umgebung...
In Bewegung...:-)

Ein zorro (Wuestenfuchs) mit kaputtem Bein...;-(

Blick ueber die Daecher des Dorfes in dem wir am zweiten Tag uebernachtet haben...

Yeah, Schneider-Bier aus Bolivien, im Hintergrund das Dorf...

Nochmal ein Schneider...:-) (links neben dem Dorf sind schoen die ehemaligen Anbauterassen und was noch von den alten Haeusern uebrig ist zu sehen, von den Incas glaub' ich sogar...)

Hinterland des Dorfes kurz vor Sonnenuntergang... (oben bei der kleinen Kapelle)

Sonnenaufgang im Salar...

Simion und sein Gefaehrt...:-)
Verkehr im Salar...:-)

Die Isla de pesca mitten im Salar... (von weiter weg sieht sie aus wie ein liegender Fisch...)

Nochmal...

Neuer, groesserer Kaktuskumpel...;-)

Letztes Fruehstueck auf der Tour, der Wahnsinn...:-)
Isla de pescas, 180-Grad-Blick...