Am 16.10. in der Nacht in Valpo losgefahr'n, bin ich den folgenden Freitagmorgen um 6 Uhr in La Serena "topfit" angekommen...;-) Musste erst noch 'ne halbe Ewigkeit warten, bis der erste Bus nach Vicuña (einem kleinen Staedtchen im Valle de Elqui) weiterfaehrt. Das Valle de Elqui ist ein wunderschoenes Tal durch welches der Fluss Elqui fliesst. Das Tal ist beruehmt fuer seinen klaren Sternenhimmel (330 Tage im Jahr wolkenfrei), dem Anbau der Pisco-traube:-) und irgendwelchen heilenden Erdmagnetfeldern (deshlab treiben sich hier auch so einige Hippies rum...:-) ). Wettertechnisch dachte ich auf jedenfall erst mal, scheisse hier ist's kalt und es hat Wolken... Hab' dann mit der Tante vom Fahrkartenschalter geredet und die meinte, das sei normal, La Serena selbst liegt am Meer an der Flussmuendung und irgendwie ist's da immer wolkig und bissel kuehler und wenn man das Elqui-Tal dann hochfaehrt aendert sich sehr schnell das Klima... Gut, schau mer mal, hab' mir so 'ne Fahrkarte geloest und bin etwa eine Stunde spaeter in Vicuña, etwas talaufwaerts, angekommen und die Dame am Schalter hatte nicht gelogen, es war angenehm warm und kaum eine Wolke am Himmel zu seh'n... Ich hatte sie noch mit Fragen geloechert was man so machen kann und wo die besten Hostals sind usw. und bin auf ihre Empfehlung hin dann direkt zu dem Hostal Elquina gelaufen. Auch hier behielt die Dame recht, das Hostal hatte eine familiaere Atmosphaere (der Opa pflegt den Garten, die Oma und die Tochter sitzen zusammen und plaudern, usw. ....), einen grossen Garten, war gepflegt und dazu noch recht guenstig...:-) Habe mir tagsueber noch gemuetlich das Staedtchen angeschaut, die Kirche, das naturwissenschaftliche Museum und die Bibliothek in der ich erfahren hab', dass ich mit meinem chilenischen Studentenausweis in allen Bibliotheken Chiles, die Internet haben, umsonst surfen darf...:-) Fuer abends hab' ich mir noch gleich einen Platz im Observatorium, 9 km neben Vicuña hoch oben auf 'nem Berg, reserviert... Durch die idealen Sichtbedingunge haben sich hier eine Reihe von Sternwarten angesiedelt, von denen die Sternwarte Mamalluca fuer Touristen auch nachts zugaenglich ist.... Die Fuehrung fing mit einem Rundumschlag ueber die Astronomie an, von der Entstehung des Sonnensystems und der Erde bis hin zur Lage unsrerer Galxie im Universum. Da mich die Astronomie ja doch recht interessiert, wusste ich den Grossteil natuerlich schon vorher und konnte dem spanischen Vortrag deshalb auch ganz gut folgen...:-)
Danach ging's in die Kuppel zum Sterneschau'n. Durch die Teleskopgroesse wurde dann doch schnell klar, dass dieses Observatorium eben extra fuer Touristen angelegt wurde. Aber egal, der Sternenhimmel, der auf der Suedhalbkugel sowieso mehr zu bieten hat, war atemberaubend und wir haben neben Jupiter noch einen Teil der Milchstrasse angeschaut. Dann ging's nach draussen, wo noch einige Teleskope im Freien montiert waren. Er hat so allerlei ueber Sternbilder erzaehlt und wir ham noch die grosse Magellansche Wolke (die mit blossem Auge schon wirklich schon als Wolke erscheint), den Orionnebel und einen Sternenhaufen angeschaut....
Am naechsten Tag bin ich mit einem Lokal-Bus weitergefahr'n nach Pisco Elqui, dem Staedtchen, das fuer den Anbau der beruehmten Pisco-traube (der Grossteil des Tal ist mit Trauben bestellt) bekannt ist. Habe dann anstatt der grossindustriellen Mistral-Destillerie, auf Empfehlung der erwaehnten Fahrkartenschalterdame, eine kleinere Destillerie (Familienbetrieb Los Nichos) 3 km oberhalb des Oertchens besucht... Die Strasse dorthin ist ein besserer Feldweg und die Sonne hat mir ganz schoen auf die Birne geknallt. Hab' den den Daumen rausgehalten und bin getrampt (nein das ist dort nicht gefaehrlich...). Hatte beim 2. Auto Glueck und so bin ich mit einer Gruppe interessanter Rentner mitgefahrn... Der eine hatte etliche Jahre in Frankreich gelebt, die andere etwa 15 Jahre im deutschsprachigen Teil der Schweiz und beide sind aber urspruenglich Chilenen und wohnen auch wieder in Santiago, eine 3. war aus Frankreich zu Besuch... Die hatten auf jeden Fall das gleiche Ziel wie ich und so sind wir gemeinsam auf den Hof zur Pisco- und Weinprobe...:-)
Eine kostenlose Fuehrung nach der Probe war inklusive, sodass wir auf dem authentischen Gelaende eine ganze Weile rumgefuehrt worden sind und uns etliche Geschichten ueber den Gruender der Destillerie und seine betrunkenen Besucher erzaehlt worden sind...:-) Zum Glueck konnte die eine Frau deutsch, dann hab' ich da immer nachfragen koennen, wenn ich was nicht vertanden hab', sowie dem Besuch aus Frankreich von dem anderen Chilenen immer wieder was auf franzoesisch uebersetzt wurde...:-) Hab' mich am Schluss fuer ein guenstiges Flaeschchen suessen Nektar-Wein entschieden, die anderen haben mich bis zu einem Restaurant mitgenommen, von dem aus ich dann, diesmal ueber die Weinfelder zurueck in das Staedtchen gelaufen bin... Nach ein paaer Weckchen bin ich dann auf so 'nen Reithof gelaufen um mir ein Pferd mit Fuehrer auszuleihen...:-) Das war dann echt ganz lustig, weil ich mit so 'nem 14-jaehrigen geredet hab' und dachte, der holt jetzt bestimmt seinen grossen Bruder oder seinen Papa... Ne, der sattelt sein und mein Pferd und losgeht's in die Berge...:-) Dachte auch, dass ich aufgrund meiner bescheidenen Reitkenntnisse an die Leine genommen werde, aber nein, durft' selber losreiten....:-) Hab' immer wieder gefragt, was ich machen muss, sodass ich im Schritt und Trab auch ganz gut vorankam.... Der Kleine mit seinen Westernstiefeln, dem Strohhut und der Fluppe im Mund, hat auf jedenfall ausgesehn wie so ein Wildwestverbrecher in klein. sind dann fuer 2 Stunden auf so kleinen Bergpfaden (seitlich gings an manchen Stellen halt mega steil abwaerts), die man bei uns vielleicht grade so als Wanderwege freigeben wuerde, entlanggeritten. Einmaal musste ich das Pferd mit Gewalt am Hang umdreh'n, weil ich falsch abgebogen bin, da war mir schon bissel mulmig zumute, wenns da so steil neben dran runtergeht.... Naja, hat auf jeden Fall alles geklappt und ich hab' mich entschlossen, wenn ich wieder daheim bin beim Andy reiten zu lernen (aber dann mit Reitstiefeln, mir hat's schon gut die Beine aufgescheuert...)....:-)
Bin dann nach Ruehrei mit Chorizas (Hackfleischwurst) mit ausgeleierten Muskeln totmuede in dem Hostal in Vicuña ins Bett gefallen und den naechsten Tag gegen Mittag zurueck nach La Serena gafahr'n....
Leider war der zeitlich geschickteste Bus schon voll, sodass ich unfreiwillergerweise 7 Stunden Zeit hatte um La Serena zu besichtigen...;-) War dann doch auch net so schlecht, wobei ich glaub', dass die etlichen Kirchen 'em Papa besser gefallen haetten als mir...;-) Ne aber das ist was, was mir inzwischen aufgefallen ist, auch kleinere Staedtchen hier haben wunderschoene und auch grosse Kirchen...
So 'ne Wahrsagerin hat mir noch die Ohren vollgequasselt mit dem Ziel mir am Schluss was aus meiner Hand zu lesen. Hab' sie dann freundlich darauf hingewiesen, dass ich Student bin und mein Geld fuer andere Sachen (,an die ich glaub',) brauch'...:-) Der Leuchtturm am Strand vorne war noch recht beeindruckend, wobei mir bei dem, wie auch bei einigen anderen Gebaeuden in der Stadt, aufgefallen ist, dass sie nicht alt sind, sondern (anscheinend wegen dem alten Buergermeister) auf alt getrimmt worden sind. Schoen fuer's Stadtbild ist's auf jeden Fall...:-)
Um 21.45 Uhr ging's dann mein Bus nach San Pedro Atacama. 17 Stunden im extrem heissen Bus (die stellen nachts immer die Klimaanlage aus). Zum Glueck hatte ich 'nen lustigen Nebensitzer, Alejandro, der geschaeftlich (um zu ueberwachen wie so ein Hafenkran in Antofagster abgebaut wird, um dann nach San Antonio, suedlich von Valpo transportiert zu werden) auf dem Weg nach Antofagasta war und er mir somit fuer 13 Stunden Gesellschaft geleistet hat...:-)
Auf dem Weg von Antofagasta nach San Pedro ging's dann durch die Wueste und links und rechts waren oft alte Probebohrungen zu sehen und an manchen Stellen dann eben sehr grosse Raffinerien...
"San Pedro ueber Uyuni bis nach La Paz"... folgt bald...:-)
Liebe Gruesse
Michi
Abenddaemmerung...
Verlassenes Grundstueck...
Plaza central...
Der Garten des Hostals La Elquina...
Das Observatorium Mamalluca...
Kaktusbluete in Pisco Elqui...
Die Destillerie Los Nichos...
Mitreisender auf dem Weg zu Los Nichos...:-)
Valle de Elqui mit seinen Weinfeldern...
Neben der Strasse (sau heiss da...)
Ortseingang von Pisquo Elqui (talaufwaerts)...
Reiten macht Spass...:-)
Vom Pferd aus...
Der kleine Gaucho, absolut authentisch...;-)
Zurueck im Hostal Elquina...
Das mit Liebe zubereitete Fruehstueck im Hostal Elquina...:-)
Der auf alt getrimmte Leuchtturm am (wie anscheinend so oft bewoelkten) Strand in La Serena...
1 Kommentar:
Hola Michi,
na Du Weltenbummler, alles klar?
Elke und ich haben gerade Deinen Bericht gelesen und die schönen Bilder angeschaut. Hoffentlich geht es dem Pferd noch gut. He Du, rasieren solltest Du dich mal wieder.
Viel Spaß noch für die kommenden Wochen. Bald werden wir auch in Südamerika sein. Grüßle aus dem sonnigen Mühlen (ne, es ist neblig).
Sigrd und Elke
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