Sonntag, 21. Oktober 2012

Buenos Aires

In Buenos Aires hatten wir uns ein nettes Hostel nicht ganz im Zentrum ausgesucht. War aber alles kein Problem, wir hatten bereits soviel Bekannte in Buenos Aires gemacht, dass wir z.T. mit dem Auto dort abgeholt wurden und uns die Umgebung gezeigt wurde, außerdem war die Metro ebenfalls nur einen Steinwurf entfernt...
An Buenos Aires hat mir der Hafen, der Puerto Madero eigentlich am besten gefallen, eine wunderschöne Promenade, etwa 3 Jahre später hatte ich ein Deja Vue in Belem (Brasil) und auf Nachfrage habe ich erfahren, dass deren Promenade sich an der in BA orientiert hat. Also alte Kräne und Lagerhallen restaurieren und zur Promenade umbauen...

Gut jedenfalls ham wir hier auch wieder viel angeschaut, auch wenn wir hier speziell zur Polizei kein Vertrauen hatten. Grund dafür war eine Geschichte, die wir von einem Dänen gehört hatten. Der sei in BA gelandet und zwecks Jetlack nachts als Touri in der Stadt unterwegs gewesen, dann von einem Polizeiwagen aufgegabelt worden, seiner ganzen Wertsachen entledigt und in der übelsten Gegend, in der Nähe von La Boca, wieder rausgeschmissen worden... 
Nichts desto trotz gehört Buenos Aires in der Kategorie lateinamerikanischer Großstädte zu meinen Favouriten, nicht zuletzt wegen seinem italienischen Flair, das man insbesondere Palermo und am o.g. Puerto Madero fühlt. 
Die 4 Tage waren ein richtig schöner Abschluss, neben den Treffen mit unseren Latino-Freunden haben wir auch Flo wieder getroffen, der aus einer Reise im Süden Argentiniens (under Anderem Barriloce) wie ich von BA aus seinen Heimweg antreten würde. Flo war dann auch der erste von uns Dreien der BA Richtung Deutschland verließ, den Platz von dem die Busse zum Flughafen gingen hatte ich damit schon rausbekommen...:-) Danach folgte Tobi, allerdings nahm er einen 24h-Bus zurück nach Vaplaraíso, da er noch ein Semester in Chile bleiben sollte. Ich hatte ihn noch zum Terminal begleitet nicht zuletzt, weil BA eben nicht ganz ungefährlich für Touris mit viel Gepäck ist. Die letzte Reise in Südamerika während dieses langen Aufenthalts hatte sehr viel Spaß gemacht und irgendwie schien es unwirklich, dass sie jetzt tatsächlich ihr Ende finden sollte. Gut wir hatten uns dann verabschiedet und ich war die letzten beiden Tage für mich alleine. Die Zeit alleine habe ich noch dazu genutzt Souvenirs wie Matebecher zu kaufen, außerdem wollte ich mir noch einen tollen Argentino-Hut kaufen, bin dann auch in der halben Stadt herumgefahren zu so einem Spezialladen, war mir dann aber doch zu teuer...:-) Was mich mir allerdings geholt habe war eine maßgeschniederte Rindslederjacke. Das ist ne super Sache, der nimmt am einen Tag Maße und am anderen bringt er es persönlich im Hostal vorbei, Kostenpunkt 120€, für so etwas zahlt man bei uns mindestens das 3-fache... Außer für die Besorgungen nutzte ich die Zeit alleine eben, wie man das so macht, um die schönen Erlebnisse und Erfahrungen Revue passieren zu lassen und über Gott und die Welt zu reflektieren, was ich insbesondere seit dieser Reise doch recht oft mache, v.a. auch mit meinen ehemaligen Reisegefährten...:-)
Es war ein komisches Gefühl, dass dieses abenteuerliche Leben jetzt ein Ende haben sollte und der Alltag, obwohl noch weit weg in der "alten Welt", doch schon in Kürze wieder anbrechen sollte. Daheim wartete das letzte Semester vor der Diplomarbeit auf mich, also schon ein Zeitpunkt an dem man sich langsam Gedanken über seine Zukunft machen sollte. Das schien in dem Augenblick alles so unwirklich, war das Leben, bei dem man (abgesehen von den längeren Aufenthalten in Valpo, die ebenfalls ihr ganz eigenes Flair hatten) nur maximal eine Woche am selben Ort blieb, keinerlei Verpflichtungen hatte und ständig Abenteuer auf dem Programm stand, doch eigentlich ideal und es konnte mit kurzen Unterbrechungen für gelegentliche Heimatbesuche im Prinzip gerade so weitergehen... Nein, es war dann schon so, dass ich mich sehr auf daheim gefreut hatte, besonders auf meine liebe Familie, die mir doch nach der langen Zeit sehr gefehlt hat, aber auch darauf, dass alles bei uns in Deutschland funktioniert und v.a. auch sicher ist und man einfach ohne irgendwelche Bedenken bei Tag und Nacht auf den Straßen herumlaufen kann. 
Aber ich muss sagen, selbst heute noch vermisse ich diese Zeit und denke immer wieder gerne daran zurück, auch wenn wir heute noch oft Reisen machen, sind diese mit 3-4 Wochen, was für die meisten anderen schon viel zu lange scheint, weil man ja nur 30 Tage Urlaub im Jahr hat, einfach zu kurz, um wirklich 100% in die andere Welt einzutauchen. Nichts desto trotz gewöhnt man sich an seine neuen Aufgaben, die Verantwortung und (in meinem Fall ;-) ) das Gefühl etwas Gutes zu tun, etwas zu bewegen. Heute hängt eine Hängematte in unserem Wohnzimmer und auch sonst pflegen wir einen an deutschen Maßstäben gemessen zu Weilen "südländischen" Lebensstil, man lässt sich mehr Zeit auf dem Weg von A nach B, man freut sich über kleine Dinge und lacht viel über Kleinigkeiten, geht öfter Kaffee trinken und "verschwendet" einfach Zeit so oft es eben geht...:-) Hierzu trägt im Wesentlichen auch meine liebe Lorena bei, seit bald 3 Jahren meine süße (brasilianische) Freundin, die ich fast ein Jahr nach meiner Rückkehr über Umwege im Spanisch-Tandem-Programm der Uni Stuttgart kennengelernt habe. Das ist übrigens doch recht witzig, weil sie ursächlich eigentlich gar kein Spanisch spricht, das ist aber eine ganz andere Geschichte...;-)
Jedenfalls kann ich jedem, der einmal die Möglichkeit eine solche oder ähnliche Erfahrung zu machen nur raten es einfach zu tun, man wächst enorm, wenn man fern ab der Heimat auf sich alleine gestellt ist und so viele neue Eindrücke erfährt. Im Zweifelsfall, wenn man vor der Entscheidung steht ob "ja" oder "nein", einfach an eines meiner Lieblings-Zitate denken, das ich vor Jahren im Zug auf dem Weg nach Italien von einem Schweizer gehört habe, der immer unter der Woche in Rom arbeitete und vom dem ich auf die Frage, wie er zu dieser interessanten Lebenslage gekommen ist, einfach nur zur Antwort bekommen habe: "Einfach mitmachen..." :-D In diesem Sinne danke fürs Lesen, ich hoffe es hat euch gefallen und bis zum nächsten Mal, wenn ich mal wieder etwas zu berichten habe...;-)

Mal wieder carnaval...:-) 


 BA...


Mehr BA mit tollen Gebäuden...:-)

 Schöner Platz...:-)

Fußballstadion in der Nähe von La Boca... 

La Boca...

Cooler Kellner...:-) 


Puerto de Madera (wie gesagt steht etwas ganz Ähnliches in Belém, Brasil)... 


Restaurierter Kran...


Designerbrücke zum Aufklappen...:-) 


Das ist ein Restaurante... :-)


Wie wird das wohl nach meiner Rückkehr? 


Auch im Hostal... 

Fertig gepackt für den Heimflug... 

Vom Hostal aus...


Auch Hostal...


Die nette Dame (ursprünglich aus Barriloche) an der Rezeption mit der ich öfter gequatscht hatte...:-) 


Die beste Einbruchsicherung sind eben immer noch Glasscherben...;-) 

Valentina, eines der Mädels aus BA, die wir auf unserer Reise kennengelernt hatten und die uns dann die Stadt gezeigt haben...:-)


Mis amigos y yo...:-)

Sonntag, 14. Oktober 2012

Valizas, Punta del Diablo und die Überfahrt nach Buenos Aires

In Valizas angekommen haben Tobi und ich uns daran gemacht das Ferienhaus in das wir eingeladen waren zu finden, was uns auch überraschend schnell gelang. Man hat gemerkt, dass sie nicht wirklich mit uns gerechnet hatten, ham sich aber sehr gefreut. Valizas ist ein Hippie-Mekka, ähnlich wie Nimbin in Australien oder Canos de la Mecca in Südspanien. Also ein haufen alternativer Leute, viel Handgemachtes und sehr schöne Holzhäuser direkt am Strand. Abends gab es eine Art Ritual, bei dem eine Skultpur aufs Meer hinaus gelassen wurde und angezündet wurde, war sehr beeindruckend.
Tobi und ich ham die Tage noch für die ganze Bande gekocht. Rahmschnitzel mit Nuedeln und Salat.
Eigentlich wollten sie das nicht, weil man als Gast ja schließlich nichts kochen muss, wir hielten das aber für das Mindeste. Die Mädels mussten sich sehr zurückhalten, es hat ihnen total gut geschmeckt, aber Argentinierinnen, wie die meisten Latinas, achten sehr stark auf ihre Figur. Wir wurden dann auch noch bekocht am nächsten Tag. Abends waren wir in einer Bar mit Life-Musik, aus der ich mich dann nach zu viel "Bier und Cocktails" Richtung Unterkunft gemacht hatte. Das Haus war natürlich abgeschlossen, aber irgendwie, habe ich es durch das kleine Fenster auf Rückseite geschafft....;-)
Den Abend ham wir noch einen ewig langen Strandspaziergang gemacht, am meisten Spaß hatte ich beim Runterspringen von den Dünen, wie immer...;-)
Die 3 Tage gingen auch recht schnell rum und Tobi und ich ham uns auf den Weg Richtung Ponta Del Diablo gemacht, einem Strand nahe an der Brasilianischen Grenze, also ein Stück weiter nördlich von Valizas. Alle Hostals waren hoffnungslos überfüllt und wir mussten uns ein Bungalo mieten, da es zwei Mädels, auch aus Argentinien, genau so ging wie uns, haben wir es zu Viert gemietet, dann kams nicht mehr ganz so teuer. Eine der beiden Argentinierinnen scheint derzeit ein alternatives Leben zu führen, wenn man Facebook. Glauben schenken darf. Witzig war, dass wir am Strand noch einen der Schweden getroffen haben, die mit uns an der USM in Valpo studiert haben. Der hatte Kumpels dabei und einer von denen verdient sein Geld doch tatsächlich mit Online-Poker, unglaublich...;-)
Alles in Allem war Punta del Diablo zwar hübsch anzuschauen, aber doch recht touristisch und v.a. überfüllt, sodass es uns auch nicht zu schwer fiel nach 2 Übernachtungen unseren Weg Richtung Buenos Aires anzutreten. Der hatte mich fröhlich und melankolisch zugleich gemacht, weil es von dort aus nach bald 9 Monaten wieder Richtung Heimat gehen sollte...
Die Mädels aus der Feldhockeymannschaft aus Santa Fé...


Der Strand in Valizas...

Eines der schönen Häuschen dort...


Auf dem Weg zum Strand...

Tobi und ich vorm Absprung...

Und los...:-)


Überquerung eines kleinen Flusses...:-)


Sonnenuntergang von der schönen Düne aus...


Nochmal...


Die "Spring-Düne"...


Schöne Farben...


Die Mädels, die wir auf dem Weg nach Punto del Diablo kennengelernt haben...


Con vino tinto im Bungalo...:-)

Das nenn ich Sonnenbrand und der I-Pod sieht aus wie ein Elefant...:-)


Ebenfalls nettes Häuschen in Punto del Diablo...


Der Tobi hat immer was zu essen...:-)

Sah auf dem Foto im Gegensatz zur Realität sehr verlassen aus...


Kurz vor der Abreise Richtung Buenos Aires...

 BA...

 Es kommt näher...

Riesen-Fähre...