Sonntag, 21. September 2014

Die Atacama oder warum fahr'n wir eigentlich mit dem Fahrrad durch die Wueste...;-) (plus Santiago)




Mit dem Taxi rein nach Calama, wo's der Jule dann wirklich schlecht war ;-), ham wir uns um ein Ticket nach San Pedro de Atacama gekuemmert. Nach fast 3 Stunden Wartezeit und etlichen Woerterspielen war's dann soweit und wir konnten uns in die Sitze Fallen lassen mit Sonnenutergang auf der einen und Mondaufgang auf der anderen Seite...

2, 5 Stunden nach San Pedro spaeter ham wir kurz die Zimmer bezogen und sind noch kurz Essen gegangen ins Restaurant mit der duemmsten Bedienung der Welt...:-) Vergisst Hauptgerichte, bringt zu wenig Besteck, muss 5 mal nachfragen, vergisst Getraenke und hat ein holes Lachen, der Schwachkopf...

Die Nacht ging auf jeden Fall die Durchfallaera los. Waehrend es sich bei den Anderen frueher oder spaeter wieder gelegt hatte, ging's bei mir etliche Tage...

Egal, am naechsten Tag ham wir uns dann Fahrraeder ausgliehen und sind ins Valle de la Luna (Tal des Mondes) quer durch die Wueste gefahr'n. Ham schnell mitbekommen, dass wir fast die einzigen war'n, die sich das Tal auf diesem Wege angeschaut ham, die ander'n sind alle in ihren klimatisierten Touribussen hin- und an uns vorbeigefahr'n, que fome !!! (langweilig) Am Checkpoint ham Jule und ich dann Studenteneintritt bezahlt und die Angestellten dort ham dann gefragt ob meine Eltern auch Studenten seien... :-) Dann ging's noch ein ganzes Stueck auf einer verlassenen, durch Mondlandschaft fuehrenden Strasse, bis wir bei so ein paar Hoehlen angekommen sind. Da sind Mama und Papa dann schnell umgedreht, was sich spaeter auch als vernuenftig erwiesen hatte, weil der Weg sich stellenweise nur kriechend durch absolute Dunkelheit bewaeltigen liess... Danach ging's mit dem Fahrrad etwa noch knapp 'nen Kilometer bergauf und nochmal 2 auf der Ebene und wir war'n rechtzeitig zum Sonnenuntergang im eigentlichen Valle de la Luna... Da ham wir dann erkannt, dass ausser uns noch 2 Weitere mit dem Fahrrad unterwegs war'n und etwa bestimmt 200 - 300 Leute mit dem Bus... :-) Da sind dann Mamas Kommentare entstanden: "Warum fahr'n wir eigentlich mit dem Fahrrad durch die Wueste...?" und "Ihr braucht gar nicht so doof zu schau'n, wir koennen uns eben kein Busticket leisten!" (Naja, das Ticket waere eigentlich billiger gewesen als die Fahrraeder auszuleihen, aber der Abenteuerfaktor war dafuer inklusive...) :-) Sie war etwas veraergert, aber ich muss zu ihrer Verteidigung sagen, dass das Klima da auch echt lebensfeindlich ist, total trockene Luft, dass einem nach kuerzerster Zeit die Haut austrocknet und dieLungen brennen und eine Hitze gibt's da sobald der Wind nachlaesst...




Sind dann no den einen Huegel rauf, wo so eine riesen Duene angrenzt. Zur besseren Aussicht fuer den Sonnenuntergang sind Jule und ich dann noch etwas weiter gelaufen, da hatten die anderen Beiden aber keinen Bock mehr, so ist das eine suesse Bild entstanden, das weiter unten noch kommt... :-) Auf dem Rueckweg ist es dann, wie in diesen Breiten ueblich, relativ schnell dunkel geworden und wir mussten die letzten 2 Kilometer im Dunkeln fahr'n. Ich fand's toll,um uns rum kurz bevor's dunkel war eine unendliche Ebene mit Bergen in der Ferne Grau in Grau, nur die einsame Strasse und es wird dunkler und dunkler... Zwischendrin hat uns noch ein Irrer mit seinem Fahrrad bergab ueber so 'ne Bruekce kurz vor San Pedro ueberholt, mit einem Affenzahn, auch wie wir ohne Licht...


Am naechsten Tag ging's ins Salar de Atacama. Unterwegs ham wir noch in einer kleinen Ortschaft Halt gemacht und uns so einen fruchtbaren Canyon angeschaut. War auch ein etwas bizarres Bild, eine Oase im Tal, drum herum Trockenheit. Die Oase kommt durch eine Mischung aus ober- und unterirdischen Fluesschen zustande, die sich in diesem Tal vereinen. Die Feuchtigkeit zusammen mit der solren Einstrahlung bilden ideale Wachstumsbedingungen. So koennen die Leute in diesem Tal fast alles anbauen was es gibt, aber durch die Flaechenbeschraenkung wohl hauptsaechlich fuer den Eigenbedarf...


Ja, noch ein Weilchen weiter im klimatisierten Touribuschen und wir sind im Salar de Atacama angekommen, das aehnlich ist wie das Salar de Uyuni in Bolivien, das ich schon besucht hatte, nur kleiner und von groeberer Struktur und nicht so strahlend weiss, eher grau-braeunlich...


Mehr Info zum Salar de Atacama gibt's hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Salar_de_Atacama





Die Unterschiede der Farben resultieren aus den umliegenden Gebirgen, die des Salars in Uyuni sind massiv, die des Salars de Atacama poroes, deshalb traegt dort der Wind Gesteinsstaub hin, was das Salz grau-braun faerbt... Die unterschiedlichen Strukturen der beiden Salare resultiert aus den unterschiedlichen Luftfeuchten, in der Atacama ist sie niedriger, deshalb wird durch den hohen Feuchtegradient, der zwischen der Feuchtigkeit unter der Salzschicht und der trockenen Luft der Umgebung herrscht, Wasser durch die Salzschicht nach oben gezogen, dieses wird durch die Einstrahlung erhitzt, dehnt sich aus und die Salzkruste bricht. Daraus folgt eine zersplitterte Oberflaeche... So hat der Guìa das zumindest erklaert...


Auch liegen hier die groessten Lithiumvorkommen der Erde, sie werden unterirdisch abgebaut und inzwischen werden die Prozessabfaelle sogar in anderen industriellen Prozessen verwendet, d.h. nicht mehr hochkonzentriet zurueckgelassen....


Auf jeden Fall gab`s da dann ganz viele tolle rosane Flamingos, die sich von den Algen ernaehren, die eben genau in solchen Salaren zu finden sind... Wir ham dann noch den Sonnenuntergangn abgewartet,waehrend dem die Flamingos ihren Standort fuer die Nacht wechseln und somit alle nacheinander ueber uns hinweggeflogen sind... :-)


Abends recht fertig angekommen ham wir dann erst einmal die Fleischplatte gegessen, die eigentlich fuer 2 Personen ausgeschrieben ist, jedoch auf Hinweis des Kellners, locker fuer 4 Personen reicht. So war's dann auch und wir mussten zu unserer Schande doch ein Stueckchen uebriglassen (Warum hast du nur Pommes bestellt Mama?!!! ;-) ).


Am naechsten Tag ging's in aller Fruehe los die Geysiere el Tatio besichtigen. Die Hoehe von 4200 Metern machte uns schon etwas zu schaffen, die Luft ist einfach um einiges duenner und man bekommt auch gerne ein Uebelkeitsgefuehl... Dagegen ham wir dann Kokatee getrunken, der aus den Blaettern der Kokainpflanze besteht, aber nicht wie Koks wirkt, jedoch danach zu einem positiven Kokaintest fuehren kann, hab' ich gehoert... :-)


Die Geysiere war'n jedenfalls viel toller als die, die ich bei meiner Tour nach Uyuni gesehen hatte,die ham nur vor sich hingeblubbert, die dort ham richtig gesprueht und gespritzt... :-)


Neben den Geysieren gab es dann noch so ein natuerliches Schwimmbad, das auch von der dort knapp unter dem Untergrund vorhandenen Erdwaerme erhitzt wird. Jule und ich sind natuerlich rein und stellenweise war's so heiss, dass man sich fast verbrannt hat,wenn mal wieder ein Schub von einer heisseren Ecke ankam...


Danach ging's weiter und wir ham uns noch Lamas in so 'nem netten kleinen Tal angeschaut... Da gab's dann auch das haessliche Rastalama, das dringend mal wieder durchgekaemmt haette werden muessen, aber auch ein paar Wildenten... Ausserdem haben wir auf der Fahrt gemerkt wie viele Leute, die mal fuer 'ne Weile in Deutschland gewohnt haben Deutsch koennen obwohl sie eigentlich Spanier sind...;-)


Letzte Station des Tages war ein kleines Dorf, das fuer meinen Geschmack nur dazu besucht wird um den Touris noch etwas Geld aus der Tasche zu zieh'n. Das hat Papa auch so geseh'n und bei dem einen Chilenen gleich mal den halben Spiess abgebissen, anstatt sich einen eigenen zu kaufen...:-) Der hat mir dann auch noch ein tolles Bild mit ihm und seinen 2 chilenischen Kumpels neben dran gezeigt, auf dem 2 Pfeile nach links und rechts war'n und die Aufschrift "Ich glaub' die 2 neben mir sind schwul" auf deutsch abgebildet war...:-)




War'n dann nochmal in dem Restaurant mit dem hohlsten Kellner der Welt und am naechsten morgen ging's auch schon wieder los, mit dem Turbus nach Calama, mit dem Taxi an den Flughafen und von dort wieder zurueck nach Santiago. Wir konnten noch ohne grosse Buerokratie einfach einen Flieger frueher nehmen, weil wir relativ frueh da war'n, was jedoch zu einem laengeren Aufenthalt in Santiago fuehrte, weil die fruehere Alternative zum Anschlussflug nach Temuco schon voll war und wir mit dem urspruenglich geplanten spaeteren Flieger weiter mussten.... Dann haben wir also die gewonnene Zeit genutzt, haben unser Gepäck am Flughafen gelassen und sind mit dem Shuttlebus rein nach nach Santiago. Dort sind wir etwas durch die Straßen gelaufen und haben neben dem Congreso National und dem Plaza de Armas (wo wir zu mittag gegessen haben) auch den Cerro Santa Lucia bestiegen, von dem aus man ja einen beeindruckenden Rundumblick über Santiago hat. Zum Glück ham wir dann auch noch einen Chinchinero auf der Straße getroffen, das trommelnde Wahrzeichen von Santiago...;-) (Video weiter unten...)





Temuco bis Weihnachten in Pucon folgen als naechstes...





Lieb's Gruessle







Michi




































Auf der Landebahn in Calama...

















3 Stunden auf den Bus warten mit lustigen Spielen wie "Ich sehe was, was du nicht siehst" und Wortspielen jeglicher Art...:-)



































Im Marktgebäude von San Pedro...







































Ich mit Papas neuem Hut...












































Die Kirche von San Pedro...























Prozession in die Kirche mit lauter Blechmusik...







































Eine Gasse in San Pedro...





























Auf zum Valle de la Luna...

























Bei der Schranke wo man Eintritt bezahlen musste...







































Mama mit Vulkan im Hintergrund...





























Gymnastik in der Wüste...:-)

























Salzkrustennahaufnahme, kurz darauf hat´s angefangen überall zu knacken, da sich das Salz wieder zusammengezogen hat, als keine Sonne mehr draufgeschien.































Die Wüste...





























Die strengt´s wohl an...;-)



























Nochmal Wüste, das Weiße ist Salz...





























Eine Düne...











































Blick ins Valle de la Luna...







































Kontrast Düne zur Wüste drum herum...









Mama und Papa im Valle de la Luna, weiter wollten sie nicht laufen...:-)

















Die suesse Jule und ich...:-)






















Weil's so schoen ist, nochmal....:-)






















Am Parkplatz im Valle de la Luna, wo alle Touribusse ankommen sind un eben 6 Fahrraeder...;-)























Auf dem Weg zum Salar de Atacama ham wir ja das kleine Oasental besucht...



























So sieht´s im Tal direkt aus...

























Salar de Atacama mit Lagune und Flamingos...











Schief...:-)































Checker...:-)





























Da fliegen sieh dahin...





































Kollega mit riesen Fleischplatte...































Geysier...





























Noch einer...









Geysiere...







































Grinsejule...:-)































Da ham wir

dann gebadet...







































Noch ein Geysier...





















Wieder ein Kontrast zwischen Wüste un kleinem Gebiet mit Wasser...

































So sah´s in den Touribussen aus...



























Vor dem Congreso National...































Plaza de Armas...



















Papa und ich beim Essen raussuchen, auf dem Plaza de Armas...



















Chinchinero in Aktion...:-)



























Cerro Santa Lucia, altes Bollwerk...



















Auf der Spitze des Cerro Santa Lucias, der Cerro San Christobal im Hintergrund...































Die kleine Kathedrale auf dem Bollwerk...







































Blick am Bollwerk hinunter...





































Jule war müde...:-)





























Standardverkehrsmittel zwischen Städten, so seh´n die Busse bei uns nicht aus...





























Auf dem Flughafen in Santiago kurz vor Abflug nach Temuco...









Temuco bis Weihnachten in Pucon...




In Temuco angekommen mussten wir mal wieder über die Rollbahn zum Flughafen laufen, das waren wir ja aber schon gewöhnt...:-) Mit dem vollbepackten Taxi ging´s dann zum Hostal Austria, deren Besitzerin, wie der Name schon sagt, eine Österreicherin war. Sie hat uns dann gesagt, wir seien die letzten Gäste, da sie das Hostal verkaufen wollte um nach Villa Alemana neben Valpo zu zieh´n, da ihr schönes kleines Hostal inzwischen von allen Seiten von Hochhäusern eingeklemmt ist und es immer mehr werden. (Allerdings ham uns dann die Holländer, die wir in Pucon kennengelernt ham erzählt, dass sie noch nach uns dort übernachtet ham, Frechheit...:-) ) Früher war die Straße wohl von sehr schönen Häusern gesäumt und die Leute haben sich noch gekannt, das hat sich anscheinend in den letzten 15 Jahren mehr und mehr geändert. Auf jeden Fall war es sehr sauber und der Stil des Hauses erinnerte sehr an das Deutschland der Nachkriegszeit, sehr sauber, aber auch bieder, mit gekämmtem Pudel, der sogar eine Schleife im Fell hatte...;-)





































Das Hostal Austria eingepfercht zwischen Hochhäusern...































Mama in einem der Zimmer...

















Wir ham dann abends noch ein paar Dosen Escudos (, die wir aus dem eigentlich bereits geschlossenen Einkaufszentrum geholt ham; sieh mal an, in Chile brauch´ man nur nett zu fragen und sie lassen einen doch noch rein...:-) ) bei meinen Eltern auf dem Zimmer getrunken, weil es der Dame aus Österreich eben nicht recht war, wenn wir unten im Wohnzimmer, das ja nur zum Frühstücken gedacht ist, noch eine Weile gesessen wären, bieder eben...;-)


Das Frühstück war dann aber spitze und wir konnten gut gestärkt in die Stadt um ein sich im Aufbau befindliches Museum zu besichtigen, bei dem es um Enwanderer aus den Niederlanden und Deutschland ging während Mama beim “nur” 25 € teuren Friseur war...:-) Später auf dem zentralen Platz ham Jule und ich dann zufällig eine Demo von einigen Ureinwohnern beobachten können, die für ihr eigenes autonomes Gebiet demonstriert haben. Da ging´s dann auch recht schnell zur Sache, die Polizei kam mit einem gepanzerten Fahrzeug mit Wasserwerfer und einigen mit Knüppeln bewaffneten Leuten und es ging kurz rund. Die Ureinwohner ham aber so lange Rohrstöcke dabeigehabt und damit auf die Polizisten eingeprügelt. Sie ham sich immer wieder auf dem zentralen Platz gesammelt, weil da der Wasserwerfer nicht fahren konnte, um danach wieder auf die Straße zu rennen...


































Auf dem zentralen Platz in Temuco...























Später war´n wir noch in der großen Markthalle Temucos und ham einige Souvenirs gekauft. Dabei ham wir davon profitiert, dass Temuco eher eine Durchfahrtsstadt mit wenig Touris ist, also alles zu realistischen chilenischen Preisen angeboten wird...

























In der Markthalle beim Feilschen um 2 Matebecher mit Bombillas...:-)











Einmal war´n wir noch in einem netten kleinen Lokal , in dem wir dann fast sämtliche Biersorten leergetrunken haben :-)































Abends beim Kunstmann trinken...:-)






Am nächsten Tag ging´s mit dem Taxi, dessen Kofferraum wiedermal mit Spanngummi zugehalten wurde, an den Busbahnhof der Busgesellschaft “Jak”. Wir ham gerade noch just in time einen Schnellbus, der nicht in jeder Ortschaft anhält, bekommen und sind dann über Valdivia und der Ortschaft Villarica, wie der gleichnamige Vulkan und See in der Nähe, bis nach Pucon gereist.







Am Busbahnhof des Unternehmens Jak in Temuco mit dem Taxi angekommen, um danach weiter nach Pucon zu fahren. Gut genutzt der Kofferraum...;-)










Im Gegensatz zu Temuco, das gewachsen war, ist Pucon eher für die Touris angelegt worden, aber es ist trotzdem ein schönes Städtchen, nicht zuletzt weil den Firmen und Läden dort verboten ist andere Werbeschilder als hölzerne aufzuhängen... Wir ham uns dort etwa eine Woche aufgehalten und kamen in den Genuss Weihnachten im Sommer zu feiern...:-) Unser Hostal hieß “La Tetera”, zu deutsch, die Teekanne, wird von einem Hollländer und einer Latina betrieben, die Besitzer sind jedoch aus Deutschland. Das Hostal ist aus Holz und wirklich sehr gemütlich, wenn auch etwas hellhörig. Das Frühstück dort empfand ich als das beste während unserer ganzen Reise. Es gab zum Beispiel so Sachen wie Müsli mit Joghurt und Honig darüber zerlaufen, Rührei, heiße Schokolade, Tee und was für die Anderen sehr wichtig war, richtigen Kaffee...:-) Im Hostal haben wir Bekanntschaften mit einem holländischen Ehepaar, das Ihre Flitterwochen in Chile verbrachte und der Ehemann von Beruf Scheidungsanwalt war (...:-) ) und einer alleinreisenden Dame aus Tahiti gemacht. Also hatten wir immer Gesellschaft beim abendlichen Beisammensitzen auf der Terasse...:-)

































Das Hostal La Tetera...





































So seh´n die Zimmer aus...:-)



































Am ersten Tag habe ich mich entschlossen zum Zahnarzt zu gehen, weil ich schon seit 2 Wochen ein Ziehen gespührt habe. Die Anderen haben sich in der Zeit den Strand und das Städtchen angeschaut. Die Zahnärztin hat dann gleich mehrere Löcher festgestellt (Dank dem chilenischen Zuckerzusatz in fast allen Nahrungsmitteln...) und mich zu einem anderen Zahnarzt überwiesen, da Sie eher auf Kinderzahnmedizin spezialisiert war. Ich habe mit dem Zahnarzt dann noch einen guten Preis rausgehandelt, sodass ich sehr viel billiger als in Deutschland weggekommen bin. Zur Info, Amalgamfüllungen gibt es in Chile nicht mehr, nur das Material, das wir bei Eigenbeteiligung bekommen.


Jule und ich war´n am nächsten Tag in der Umgebung mit einem Nachfahre der dortigen Eingebohrenen (Mapuche) zusammen mit 3 Israelitinen auf einer kleinen Reittour und haben uns Tier- und Pflanzenwelt, aber auch spirituelle Hintergründe dazu erklären lassen. Der Gíua hat uns erklärt, dass die meisten Nachfahren der Mapuche-Indianer heute in der Landwirtschaft tätig seien und dass er während der Hochsaison jeden Tag 8 Stunden Touristenausritte veranstaltet um über die Wintertage versorgt zu sein und das alles mit einem Bandscheibenvorfall... Die Mädels aus Israel ham dem Mapuche dann noch erzählt, dass ihr Gott ein andrerer wäre als der unserer, herablassend wie immer die Israelis...


Nach der Reittour gab´s noch etwas für die Touris, eine nachgebaute Mapuche-Hütte im Vorgarten einer Nachbarin des Führers, mit indianischer Kleidung und Einrichtung, indianischer Mahlzeit (eher mäßig...) und einer Parti Feldhockey mit selbst gemachten Schlägern (mein Team hat gewonnen...:-) )Meine Eltern war´n in der Zeit eine schöne Radtour machen und ham also auch die Umgebung erkundschaftet....:-)

































Zu Beginn der Reittour...































Der Berg im Hintergrund hat anscheinend das Profil eines Mapuche-Gesichts...






















Auf dem Aussichtspunkt der Reittour angekommen, Lago Villarica im Hintergrund...






























In der nachgebauten Mapuchehütte nach der Tour beim Imbiss...










































Kurz vor´m Feldhockeyspiel...:-) (Unser Führer im Hintergrund)































Mama und Papa auf einem deutschen Hof während Ihrer Fahrradtour...

















Wir war´n dann noch an dem einzigen regnerischen Tag während unserer gesamten Reise in einer der dortigen Thermen im Umland. Diese war wunderschön angelegt auf Holzstelzen über einem Bergbach im kalten Regenwald. Alles war aus Holz und die Becken aus Stein. Das Feeling bei nassem Wetter in 30- 40 Grad heißen Becken zu liegen ist klasse, sodass wir total entspannt wieder in Pucon ankamen...:-)































Ein Teil der Therme über dem Bach...



















Lagerfeuer im Vorraum...










































Eines der Becken...




























Ja, Jule und ich sind dann am nächsten Tag auf den Vulkan Villarica gestiegen. Ausgerüstet mit Eispickeln, Rucksäcken, wetter- und kältefester Kleidung und so Krallen, die man sich unter die Schuhe schnallen muss, wenn man weiter oben den Gletscher überquert, sind wir dann mit einer Gruppe aus einem Engländer, einer Hollländerin, einem Franzosen, einem chilenischen Professor aus Antofagaster (Nordchile) und seiner Tochter, einer Amerikanerin und 3 chilenischen Führern losgezogen. An diesem Tag sind wir eine von 2 Gruppen gewesen, die den Aufstieg durchgezogen hat, weil anscheinend große Gefahr durch zu starken Wind bestand, d.h. Es sind bestimmt 20 andere Gruppen wieder umgedreht... Nach ca. 4 Stunden Aufstieg und zu diesem Zeitpunkt bereits mit den Krallen ausgestattet, haben dann die Amerikanerin und die Holländerin aufgegeben und sind eine knappe Stunde vor Erreichen des Kraterrandes mit einem der Führer wieder hinuntergestiegen, solche Pfeifen...;-) Wir ham beim Aufstieg dann auch die Wolkengrenze durchbrochen, sodass wir einen wunderschönen Blick über die Wolken und auf andere in der Ferne aufragende Vulkane hatten.




Oben angekommen (2840 m) kamen uns Rauchwolken von Schwefelwasserstoff entgegen und ich dachte ich ersticke gleich als mich beim Fotografieren nahe der Krateröffnung plötzlich so eine Wolke erwischt hat und ich nur noch durch die Jacke atmen konnte.




Der Abstieg war sehr witzig. Nach anfänglichem Zögern der Führer ham wir uns dann die mitgebrachten “Goretex-Windeln” umgeschnallt und sind auf dem Hintern in den von den Führern geebneten Bahnen den Vulkan wieder runtergerutscht...:-) Alles in allem war die Besteigung doch einfacher als wir gedacht hatten, da das Aufstiegstempo im Gänsemarsch erfolgte und wir natürlich top fit sind...;-)































Der Vulkan von Pucon aus...





































Jule eingepackt vor dem Aufstieg...





































Jule mit den Gletscherkrallen an den Schuhen...





































Hajaaa...:-)









































Die Gruppe vor uns...


































Ein Vulkan in der Ferne über den Wolken...














































Der Krater des Villarica...









































Noch ein ferner Vulkan von der Vulkanspitze aus...









































Nochmal der Krater...





































Am Kraterrand, der Wind hat den Rauch zum Glück gleich wieder in die andere Richtung weggeweht, sobald er den Krater verlassen wollte...






































Blick über die Wolken...







































Nach dem Abstieg...





























Einen Tag haben wir uns auch noch Zeit genommen die “4-Seen-Wanderung” im Nationalpark “Huerquehue” zu machen, um so einen Einblick in die Araukanienwälder zu erhalten. Wir dachten natürlich, dass es bestimmt mal einen Kiosk unterwegs gibt, von wegen... Nach einem 1,5-stündigen Aufstieg um die höhergelegenen Seen zu erreichen ham sich Jule und ich dazu entschieden die längere Tour zu nehmen. Da wir doch sehr Hunger hatten ham wir uns dann entschlossen die Route zu joggen, sodass wir nach Rekordzeit im Seenbesichtigen wieder den Abstieg antreten konnten...:-)




Nach dem Abstieg sind wir in den einzigen “Kiosk” nahe dem Eingang zum Nationalpark und ham uns mit Kuchen versorgt, mehr gab´s nicht mehr. War auf jeden Fall eine einmalig unberührte Natur und außer uns und noch ein paar anderen Wanderern gab´s dort wirklich nichts außer Natur...










Nachdem wir etwa die Hälfte des Weges überwunden hatten, der zu den höhergelegenen Seen führt... (Lago Tinquilco mit Vulkan Villarica im Hintergrund)








































Jule beim Aufstieg...:-)



















































Kleiner Wildbach...
















Mama und Papa auf einer kleinen Holzbrücke...:-)










































Lago Chico...








































Laguna Verde...














































Urwald...














































Jule zwischen Araukanien...

















































Umgekippter Urwaldbaum...











































Lago Verde...











































Lago los Patos...





























Einen Tag waren wir dann eher unfreiwillig noch im Städtchen Villarica um neue Einreisepapiere für Mama zu besorgen, da diese verschwunden waren...:-) Aber auch das hat sich gelohnt, der Polizist war sehr freundlich und es lief alles sehr schnell und unbürokratisch ab, sodass wir noch Zeit hatten uns am See zu entspannen um danach im Seelokal gut zu essen...:-)

































Ein Haus wie im Schwarzwald in der Ortschaft Villarica...































Jule und ich am See...































Der Vulkan von Villarica aus...































Boote...:-)





























Essen war´n wir fast immer bei einem Chilenen in einer Seitentraße, bei dem es sehr gutes Essen für einheimische Preise gab. Einmal ging ihm bei einem Besuch fast das Bier aus...:-)




Unser Aufenthalt in Pucon endete mit Heiligabend in einem sehr schönen Restaurant, in dem Papa und ich am Vortag einen Tisch auf der Terasse im ersten Stock mit Blick auf den Vulkan reserviert hatten. Trotz Bier, Wein und sehr gutem Essen (riesen Fleischstücke...:-) ) und folgendem Zusammensitzen in unserem gemütlichen Hostal, wollte jedoch nicht so recht Weihnachtsstimmung aufkommen. Trotz alledem ham wir noch ein paar Weihnachtslieder angestimmt und einen gemütlichen Abend verlebt.



































Das Restaurant an Heilig Abend mit Blick auf den Vulkan...































Beim Abendessen...































Später im Hostal...:-)






Am ersten Weihnachtsfeiertag sind wir dann wieder mit dem Bus noch eine Ecke weiter in den Süden Chiles in die Stadt Puerto Varas am Lago Llanquihue unweit Puerto Montts also in der Nähe der Isla Chiloe gereist...







Puerto Varas, die Isla Chiloe und die Heimreise folgen im nächsten Artikel.







Liebe Grüße









Michi