Sonntag, 21. September 2014

Die Atacama oder warum fahr'n wir eigentlich mit dem Fahrrad durch die Wueste...;-) (plus Santiago)




Mit dem Taxi rein nach Calama, wo's der Jule dann wirklich schlecht war ;-), ham wir uns um ein Ticket nach San Pedro de Atacama gekuemmert. Nach fast 3 Stunden Wartezeit und etlichen Woerterspielen war's dann soweit und wir konnten uns in die Sitze Fallen lassen mit Sonnenutergang auf der einen und Mondaufgang auf der anderen Seite...

2, 5 Stunden nach San Pedro spaeter ham wir kurz die Zimmer bezogen und sind noch kurz Essen gegangen ins Restaurant mit der duemmsten Bedienung der Welt...:-) Vergisst Hauptgerichte, bringt zu wenig Besteck, muss 5 mal nachfragen, vergisst Getraenke und hat ein holes Lachen, der Schwachkopf...

Die Nacht ging auf jeden Fall die Durchfallaera los. Waehrend es sich bei den Anderen frueher oder spaeter wieder gelegt hatte, ging's bei mir etliche Tage...

Egal, am naechsten Tag ham wir uns dann Fahrraeder ausgliehen und sind ins Valle de la Luna (Tal des Mondes) quer durch die Wueste gefahr'n. Ham schnell mitbekommen, dass wir fast die einzigen war'n, die sich das Tal auf diesem Wege angeschaut ham, die ander'n sind alle in ihren klimatisierten Touribussen hin- und an uns vorbeigefahr'n, que fome !!! (langweilig) Am Checkpoint ham Jule und ich dann Studenteneintritt bezahlt und die Angestellten dort ham dann gefragt ob meine Eltern auch Studenten seien... :-) Dann ging's noch ein ganzes Stueck auf einer verlassenen, durch Mondlandschaft fuehrenden Strasse, bis wir bei so ein paar Hoehlen angekommen sind. Da sind Mama und Papa dann schnell umgedreht, was sich spaeter auch als vernuenftig erwiesen hatte, weil der Weg sich stellenweise nur kriechend durch absolute Dunkelheit bewaeltigen liess... Danach ging's mit dem Fahrrad etwa noch knapp 'nen Kilometer bergauf und nochmal 2 auf der Ebene und wir war'n rechtzeitig zum Sonnenuntergang im eigentlichen Valle de la Luna... Da ham wir dann erkannt, dass ausser uns noch 2 Weitere mit dem Fahrrad unterwegs war'n und etwa bestimmt 200 - 300 Leute mit dem Bus... :-) Da sind dann Mamas Kommentare entstanden: "Warum fahr'n wir eigentlich mit dem Fahrrad durch die Wueste...?" und "Ihr braucht gar nicht so doof zu schau'n, wir koennen uns eben kein Busticket leisten!" (Naja, das Ticket waere eigentlich billiger gewesen als die Fahrraeder auszuleihen, aber der Abenteuerfaktor war dafuer inklusive...) :-) Sie war etwas veraergert, aber ich muss zu ihrer Verteidigung sagen, dass das Klima da auch echt lebensfeindlich ist, total trockene Luft, dass einem nach kuerzerster Zeit die Haut austrocknet und dieLungen brennen und eine Hitze gibt's da sobald der Wind nachlaesst...




Sind dann no den einen Huegel rauf, wo so eine riesen Duene angrenzt. Zur besseren Aussicht fuer den Sonnenuntergang sind Jule und ich dann noch etwas weiter gelaufen, da hatten die anderen Beiden aber keinen Bock mehr, so ist das eine suesse Bild entstanden, das weiter unten noch kommt... :-) Auf dem Rueckweg ist es dann, wie in diesen Breiten ueblich, relativ schnell dunkel geworden und wir mussten die letzten 2 Kilometer im Dunkeln fahr'n. Ich fand's toll,um uns rum kurz bevor's dunkel war eine unendliche Ebene mit Bergen in der Ferne Grau in Grau, nur die einsame Strasse und es wird dunkler und dunkler... Zwischendrin hat uns noch ein Irrer mit seinem Fahrrad bergab ueber so 'ne Bruekce kurz vor San Pedro ueberholt, mit einem Affenzahn, auch wie wir ohne Licht...


Am naechsten Tag ging's ins Salar de Atacama. Unterwegs ham wir noch in einer kleinen Ortschaft Halt gemacht und uns so einen fruchtbaren Canyon angeschaut. War auch ein etwas bizarres Bild, eine Oase im Tal, drum herum Trockenheit. Die Oase kommt durch eine Mischung aus ober- und unterirdischen Fluesschen zustande, die sich in diesem Tal vereinen. Die Feuchtigkeit zusammen mit der solren Einstrahlung bilden ideale Wachstumsbedingungen. So koennen die Leute in diesem Tal fast alles anbauen was es gibt, aber durch die Flaechenbeschraenkung wohl hauptsaechlich fuer den Eigenbedarf...


Ja, noch ein Weilchen weiter im klimatisierten Touribuschen und wir sind im Salar de Atacama angekommen, das aehnlich ist wie das Salar de Uyuni in Bolivien, das ich schon besucht hatte, nur kleiner und von groeberer Struktur und nicht so strahlend weiss, eher grau-braeunlich...


Mehr Info zum Salar de Atacama gibt's hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Salar_de_Atacama





Die Unterschiede der Farben resultieren aus den umliegenden Gebirgen, die des Salars in Uyuni sind massiv, die des Salars de Atacama poroes, deshalb traegt dort der Wind Gesteinsstaub hin, was das Salz grau-braun faerbt... Die unterschiedlichen Strukturen der beiden Salare resultiert aus den unterschiedlichen Luftfeuchten, in der Atacama ist sie niedriger, deshalb wird durch den hohen Feuchtegradient, der zwischen der Feuchtigkeit unter der Salzschicht und der trockenen Luft der Umgebung herrscht, Wasser durch die Salzschicht nach oben gezogen, dieses wird durch die Einstrahlung erhitzt, dehnt sich aus und die Salzkruste bricht. Daraus folgt eine zersplitterte Oberflaeche... So hat der Guìa das zumindest erklaert...


Auch liegen hier die groessten Lithiumvorkommen der Erde, sie werden unterirdisch abgebaut und inzwischen werden die Prozessabfaelle sogar in anderen industriellen Prozessen verwendet, d.h. nicht mehr hochkonzentriet zurueckgelassen....


Auf jeden Fall gab`s da dann ganz viele tolle rosane Flamingos, die sich von den Algen ernaehren, die eben genau in solchen Salaren zu finden sind... Wir ham dann noch den Sonnenuntergangn abgewartet,waehrend dem die Flamingos ihren Standort fuer die Nacht wechseln und somit alle nacheinander ueber uns hinweggeflogen sind... :-)


Abends recht fertig angekommen ham wir dann erst einmal die Fleischplatte gegessen, die eigentlich fuer 2 Personen ausgeschrieben ist, jedoch auf Hinweis des Kellners, locker fuer 4 Personen reicht. So war's dann auch und wir mussten zu unserer Schande doch ein Stueckchen uebriglassen (Warum hast du nur Pommes bestellt Mama?!!! ;-) ).


Am naechsten Tag ging's in aller Fruehe los die Geysiere el Tatio besichtigen. Die Hoehe von 4200 Metern machte uns schon etwas zu schaffen, die Luft ist einfach um einiges duenner und man bekommt auch gerne ein Uebelkeitsgefuehl... Dagegen ham wir dann Kokatee getrunken, der aus den Blaettern der Kokainpflanze besteht, aber nicht wie Koks wirkt, jedoch danach zu einem positiven Kokaintest fuehren kann, hab' ich gehoert... :-)


Die Geysiere war'n jedenfalls viel toller als die, die ich bei meiner Tour nach Uyuni gesehen hatte,die ham nur vor sich hingeblubbert, die dort ham richtig gesprueht und gespritzt... :-)


Neben den Geysieren gab es dann noch so ein natuerliches Schwimmbad, das auch von der dort knapp unter dem Untergrund vorhandenen Erdwaerme erhitzt wird. Jule und ich sind natuerlich rein und stellenweise war's so heiss, dass man sich fast verbrannt hat,wenn mal wieder ein Schub von einer heisseren Ecke ankam...


Danach ging's weiter und wir ham uns noch Lamas in so 'nem netten kleinen Tal angeschaut... Da gab's dann auch das haessliche Rastalama, das dringend mal wieder durchgekaemmt haette werden muessen, aber auch ein paar Wildenten... Ausserdem haben wir auf der Fahrt gemerkt wie viele Leute, die mal fuer 'ne Weile in Deutschland gewohnt haben Deutsch koennen obwohl sie eigentlich Spanier sind...;-)


Letzte Station des Tages war ein kleines Dorf, das fuer meinen Geschmack nur dazu besucht wird um den Touris noch etwas Geld aus der Tasche zu zieh'n. Das hat Papa auch so geseh'n und bei dem einen Chilenen gleich mal den halben Spiess abgebissen, anstatt sich einen eigenen zu kaufen...:-) Der hat mir dann auch noch ein tolles Bild mit ihm und seinen 2 chilenischen Kumpels neben dran gezeigt, auf dem 2 Pfeile nach links und rechts war'n und die Aufschrift "Ich glaub' die 2 neben mir sind schwul" auf deutsch abgebildet war...:-)




War'n dann nochmal in dem Restaurant mit dem hohlsten Kellner der Welt und am naechsten morgen ging's auch schon wieder los, mit dem Turbus nach Calama, mit dem Taxi an den Flughafen und von dort wieder zurueck nach Santiago. Wir konnten noch ohne grosse Buerokratie einfach einen Flieger frueher nehmen, weil wir relativ frueh da war'n, was jedoch zu einem laengeren Aufenthalt in Santiago fuehrte, weil die fruehere Alternative zum Anschlussflug nach Temuco schon voll war und wir mit dem urspruenglich geplanten spaeteren Flieger weiter mussten.... Dann haben wir also die gewonnene Zeit genutzt, haben unser Gepäck am Flughafen gelassen und sind mit dem Shuttlebus rein nach nach Santiago. Dort sind wir etwas durch die Straßen gelaufen und haben neben dem Congreso National und dem Plaza de Armas (wo wir zu mittag gegessen haben) auch den Cerro Santa Lucia bestiegen, von dem aus man ja einen beeindruckenden Rundumblick über Santiago hat. Zum Glück ham wir dann auch noch einen Chinchinero auf der Straße getroffen, das trommelnde Wahrzeichen von Santiago...;-) (Video weiter unten...)





Temuco bis Weihnachten in Pucon folgen als naechstes...





Lieb's Gruessle







Michi




































Auf der Landebahn in Calama...

















3 Stunden auf den Bus warten mit lustigen Spielen wie "Ich sehe was, was du nicht siehst" und Wortspielen jeglicher Art...:-)



































Im Marktgebäude von San Pedro...







































Ich mit Papas neuem Hut...












































Die Kirche von San Pedro...























Prozession in die Kirche mit lauter Blechmusik...







































Eine Gasse in San Pedro...





























Auf zum Valle de la Luna...

























Bei der Schranke wo man Eintritt bezahlen musste...







































Mama mit Vulkan im Hintergrund...





























Gymnastik in der Wüste...:-)

























Salzkrustennahaufnahme, kurz darauf hat´s angefangen überall zu knacken, da sich das Salz wieder zusammengezogen hat, als keine Sonne mehr draufgeschien.































Die Wüste...





























Die strengt´s wohl an...;-)



























Nochmal Wüste, das Weiße ist Salz...





























Eine Düne...











































Blick ins Valle de la Luna...







































Kontrast Düne zur Wüste drum herum...









Mama und Papa im Valle de la Luna, weiter wollten sie nicht laufen...:-)

















Die suesse Jule und ich...:-)






















Weil's so schoen ist, nochmal....:-)






















Am Parkplatz im Valle de la Luna, wo alle Touribusse ankommen sind un eben 6 Fahrraeder...;-)























Auf dem Weg zum Salar de Atacama ham wir ja das kleine Oasental besucht...



























So sieht´s im Tal direkt aus...

























Salar de Atacama mit Lagune und Flamingos...











Schief...:-)































Checker...:-)





























Da fliegen sieh dahin...





































Kollega mit riesen Fleischplatte...































Geysier...





























Noch einer...









Geysiere...







































Grinsejule...:-)































Da ham wir

dann gebadet...







































Noch ein Geysier...





















Wieder ein Kontrast zwischen Wüste un kleinem Gebiet mit Wasser...

































So sah´s in den Touribussen aus...



























Vor dem Congreso National...































Plaza de Armas...



















Papa und ich beim Essen raussuchen, auf dem Plaza de Armas...



















Chinchinero in Aktion...:-)



























Cerro Santa Lucia, altes Bollwerk...



















Auf der Spitze des Cerro Santa Lucias, der Cerro San Christobal im Hintergrund...































Die kleine Kathedrale auf dem Bollwerk...







































Blick am Bollwerk hinunter...





































Jule war müde...:-)





























Standardverkehrsmittel zwischen Städten, so seh´n die Busse bei uns nicht aus...





























Auf dem Flughafen in Santiago kurz vor Abflug nach Temuco...









3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Buenas tardes Michi,
na endlich..., der Bericht über die trockenste Wüste (Atacma) der Welt.... und die Schneider`s inclusiv Jule fahren mit dem Fahrrad durch die einsame, staubige, heiße und enlose Wüste. Der Kommentar zu den anderen Touristen, die mit den klimatisierten Bussen in`s Valle de la Luna gefahren
sind endete noch mit den Worten...Tja, wir können uns keine Busfahrkarte leisten, wir müssen mit dem Fahrrad fahren (Anmerkung: Das Ausleihen der Fahräder war teurer als die Busfahrkarte--- so ein Pech). Erstaunlich, was wir so alles in der Atacama erlebt haben, aber mal ganz ehrlich, anstrengend war es irgendwie schon.
Hasta luego ....Sigrid

Anonym hat gesagt…

sehr cool! Bilder! ;) ;)

Anonym hat gesagt…

Schöner Bericht...
Musst grad voll lachen...Die Überrschrift ist halt einfach klasse und außerdem erinnert mich des an die schöne Zeit...Freu mich schon auf Samstag!
küssle